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Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr verschiedenen Quellen entnehmen können, dass Lufthansa den Beschäftigten am Boden eine Vergütungserhöhung von 2,6% für 18 Monate (für Beschäftigte der LSG sogar nur als Einmalzahlung), sowie maximal 2,5% für weitere 18 Monate anbietet. Wenn man die prognostizierte Inflationsrate gegenüberstellt, bedeutet ein solches Angebot einen Reallohnverlust. Nachdem Lufthanseaten das beste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet haben, zeigt das vorliegende Angebot sehr deutlich die „Wertschätzung“ des LH-Managements für die erbrachte Leistung seiner Beschäftigten. 

Wir betrachten das vorgelegte Angebot als völlig unzureichend und hoffen sehr, dass das LH-Management hier noch einmal deutlich nachbessert, denn ansonsten dürften Streiks bei Lufthansa vorprogrammiert sein. Dies kann nicht im Interesse des Managements, unserer Gäste und unserer KollegInnen sein.

DEN ERFOLG DER LUFTHANSA FÜR ALLE MITARBEITER SPÜRBAR MACHEN!

Von Verdi Betriebsräten werden wir derzeit häufig angesprochen, wie sich die AGiL bei einem möglichen Streik positionieren würde. Die AGiL-Tarifkommission hat sich mit der aktuellen Situation beschäftigt und ist bereit, gemeinsam mit Verdi die Interessen unser Mitglieder und KollegInnen notfalls auch durch Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen. Ein gemeinsames Vorgehen setzt jedoch voraus, dass wir uns auch über Verhandlungsinhalte und Strategien vertrauensvoll austauschen und abstimmen. Im Interesse aller Lufthanseaten appellieren wir daher zur Zusammenarbeit, denn nur gemeinsam können wir gute Ergebnisse erzielen.

Mit kollegialen Grüßen

Thorsten Beißner                                                Andreas Strache
(Vorsitzender des Vorstandes)                          (Vorstand Tarifpolitik)

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Lufthansa AG: Nachwirkung des 
Tarifvertrages Schutzabkommen

Lufthansa AG: Nachwirkung des 
Tarifvertrages Schutzabkommen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr über die Medien und verschiedene Veröffentlichungen erfahren, dass Lufthansa den Tarifvertrag Schutz-abkommen zum 01.07.16 gekündigt hat.

Das Schutzabkommen  gilt für alle tariflichen Bestandsmitarbeiter weiter und könnte nur durch eine neue Vereinbarung  abgelöst werden. Das bedeutet, der Tarifvertrag befindet sich ab dem 01.07.16 in der Nachwirkung. Nur für Tarifmitarbeiter, die nach dem 01.07.16 ein Arbeitsverhältnis bei der Lufthansa beginnen, würde das Abkommen nicht mehr gelten.

Die Veröffentlichung der Verdi mit dem Titel “Konzerntarifkommission – 20.05.2016 – Kurzbericht” hat  in diesem Zusammenhang zu erheblicher Verunsicherung  in der Belegschaft geführt. In der Verdi-Veröffentlichung heißt es: “Nicht Verdi-Mitglieder müssen sich die “Bezugsklausel” in ihrem Arbeitsvertrag anschauen und prüfen lassen, ob dieser Verweis auch für die Nachwirkung gilt. Ohne Bezugsklausel, wirkt der Tarifvertrag für sie nicht nach.”

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  1. Jeder Lufthansa-Tarifmitarbeiter hat eine Bezugnahmeklausel in seinem Arbeits-vertrag, da ansonsten Tarifverträge überhaupt nicht anwendbar wären.
  2. Eine arbeitsvertragliche Bezugnahme-klausel gilt auch für Tarifverträge in der Nachwirkung.

Und was ist eine arbeitsvertragliche Bezugnahmeklausel überhaupt?

In den standardisierten Lufthansa-Arbeitsverträgen lautet diese Bezug-nahmeklausel in etwa wie folgt: „Die gegenseitigen Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Gesetz, den Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen der Lufthansa in ihrer jeweils geltenden Fassung.“

Über die Inhalte des Tarifvertrages Schutzabkommen und die Vorstellungen der Lufthansa werden wir gesondert berichten.

Für Rückfragen und/oder Anregungen stehen wir Euch gerne zur Verfügung.

Mit kollegialen Grüßen
Euer AGiL-Bundesvorstand

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Unsere Agenda zu den anstehenden Tarifverhandlungen bei der Lufthansa AG

Liebe Kolleginnen und Kollegen, in Kürze beginnen die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa AG. Von diesen Tarifverhandlungen sind auch unsere Mitglieder in den Konzerngesellschaften der Lufthansa AG Boden und der LSG betroffen. Daher haben wir für diese Bereiche Schwerpunkte identifiziert, bei denen aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf besteht. 461011bcaf5b5e723e897c33f049f169_XLGrundsätzlich lehnen wir Auslagerungen und damit einhergehende Billigtarifverträge ab. Unser Ansatz ist, unsere Kollegen bei Lufthansa zu halten und die Tarifverträge auf ein gemeinsames Niveau anzuheben und nicht Berufsgruppen/Gesellschaften durch stetige Absenkungen gegeneinander auszuspielen. In jedem Fall müssen die Stammbelegschaft und auch zukünftige Kollegen durch wirksame Absicherungen geschützt werden. Wir haben uns in einigen Punkten bewusst an Tarifforderungen der UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) angelehnt. Wir möchten die Tarifbedingungen der unterschiedlichen Berufsgruppen innerhalb der Lufthansa AG wieder stärker in Einklang bringen und so einer fortschreitenden Spaltung der Belegschaft entgegen wirken. Die nachfolgenden Punkte müssen zum Teil neu vereinbart werden, greifen aber auch teilweise in bestehende tarifliche Regelungen ein, die ggfls. gekündigt, bzw. ergänzt werden müssten. 1. Neuregelung der Betrieblichen Altersvorsorge • Das Niveau der betrieblichen Alters-vorsorge soll auch künftig für alle Mitarbeiter erhalten bleiben. Bei Bestandsmitarbeitern muss zusätzlich erreicht werden, dass Lücken, die durch die Rente mit 67, die geforderten 45 Beitragsjahre und das Absenken des Rentenniveaus entstanden sind, ausgeglichen werden. Dabei gilt der Grundsatz, je näher der Mitarbeiter bereits an der Versorgung ist, desto höher müssen die Leistungen sein, da eine persönliche Zusatzvorsorge, um diesen Punkten gegenzusteuern, nicht mehr erfolgen kann.


2. Altersteilzeit • Verlängerung/Ausweitung von Alters-teilzeitmodellen auf die Jahrgänge bis 1962 unter Berücksichtigung der Regelung für Schwerbehinderte.


3. Vergütung und Vergütungssystematik • Tabellenerhöhung von insgesamt 8,0% bei einer Laufzeit von 2 Jahren, bei Berücksichtigung einer Mindesterhöhung von 150,00€. • Modulares Vergütungssystem für Mitarbeiter in operativen Bereichen (Mehrfachqualifikationen). • Überprüfung und Anpassung der vorhandenen Job-Profile. • Festschreibung des Seiteneinstieges • Verbesserung des Mitarbeiter-beteiligungsprogramms.


4. Neuregelungen bei der Arbeitszeit • Konkretisierung des Ausgleichszeitraums bei Schichtdienst. • Anpassung der Definition von Mehrarbeit/Überarbeit (u.a. Auslösegrenze).


5. Abdeckung von saisonalen Schwankungen durch JAZ-Modelle und/oder Abrufkräfte Aufgrund saisonaler Verkehrsschwankungen sind flexible Arbeitszeitmodelle in einem gewissen Maß sicherlich notwendig, müssen aber wie folgt tariflich geregelt werden: • Die Höchstgrenze von JAZ-Mitarbeitern/Abrufkräften muss ent-sprechend der betrieblichen Not-wendigkeit festgeschrieben werden. • Für die Flexibilität solcher Arbeitszeit-modelle müssen Anreize für die Beschäftigten vereinbart werden. • Der Einsatz in diesen Modellen kann nur freiwillig erfolgen.


 6. Beschäftigungssicherung/ Personalentwicklung • Kündigungsschutz • Eindämmung von sachgrundlosen Befristungen, Leiharbeit und Abruf-kräften auf ein tariflich vereinbartes Höchstmaß in den Betrieben. • Tarifliche Regelungen bei Betriebs-übergängen: Dauerhafter Schutz der Stammbelegschaft (u.a. Erhalt der Dezentralen Stationen). • Abnahmegarantien von Dienstleistungen für alle Konzernverkehre (inklusive „Wings“ + „Jump“) auf allen deutschen Stationen. • Ausbau der Wechselmöglichkeiten innerhalb des LH-KonzernsEinführung einer festen Laufbahn-entwicklung vom Service Agent zum Service Professional auf den Stationen. • u.a. Wechselmöglichkeiten für Bodenpersonal in die Kabine unter Anerkennung der Berufserfahrung und Qualifikation. • Sichere Perspektive für die aktuell im Clearing-Verfahren befindlichen Mitarbeiter. • Einführung einer festen Laufbahnentwicklung vom Service Agent zum Service Professional auf den Stationen. • Entwicklungsband N2 (Steigerungsbetrag)


7. Ausbildung im Lufthansa-Konzern • Übernahmegarantie für alle Aus-zubildenden im DLH Konzern. • Steigerung der Bezüge um 150 EUR brutto auf 2 Jahre.


8. ID-Reisen Wir möchten Bedingungen einführen bzw. verbessern, die den Mitarbeitern ermöglichen, das ID-Fliegen wieder als echten Vorteil wahrzunehmen. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass steuerrechtliche Limitierungen und deren Gesamtwirkung auf die Mitarbeiter berücksichtigt werden müssen, um unerwünschte Gegeneffekte zu vermeiden. Mögliche Elemente: • Einführung eines Haustarifs auf konzern-eigenem Fluggerät. • Verbesserung des Buchungsstatus bei definiertem Kontingent. • Freiflüge • Verbesserter Service (myidtravel – Hotline günstiger und auch aus dem Ausland erreichbar). • Veränderte Abrechnungsmodelle („Pay as you fly“). Damit wir diese Vorstellungen /Forderungen so schnell wie möglich in Eurem Interesse umsetzen können, benötigen wir eure Unterstützung durch eine AGiL-Mitgliedschaft. Mit Hochdruck arbeiten wir gemeinsam mit anderen Fachgewerkschaften an der Gründung einer IGL (Industriegewerkschaft Luftverkehr), die uns die Tariffähigkeit schon zeitnah ermöglichen könnte.

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Lufthansa kündigt Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung

Lufthansa kündigt Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung

RentenstabilitätLiebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nachdem in den letzten Monaten immer mehr Pläne des Lufthansa Managements zum Gewinnoptimierungsprogramm SCORE bekannt wurden, die bei näherer Betrachtung oft nicht sinnvoll sind und deren Auswirkungen das Unternehmen nachhaltig schwächen werden, erfuhren wir am vergangenen Sonntag aus dem Magazin DER SPIEGEL von den jüngsten Plänen des Lufthansa Vorstandes. Offenbar hält man die gegenwärtige Schockstarre großer Teile der Belegschaft für den richtigen Zeitpunkt, um die Axt des sozialen Kahlschlags erneut anzusetzen. So wurde bekannt, dass man die tarifliche Vereinbarung zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) zum Ende des Jahres kündigen möchte!

Die Kündigung des Tarifvertrages bedeutet zunächst nur eine Verhandlungsverpflichtung für die Tarifgewerkschaften und hat bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung keine Auswirkungen auf das Bestandspersonal, da die aktuelle Regelung solange in der Nachwirkung ist, bis eine andere ablösende Regelung in Kraft tritt.

Lufthansa sprach von einer notwendigen Reform der bAV und begründete dies mit den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt verbunden mit der steigenden Lebenserwartung, weshalb die Lufthansa-Rentenkasse nicht mehr genügend erwirtschafte und hier im Jahre 2012 eine Lücke von 260 Millionen Euro geschlossen werden musste. Lufthansa möchte zukünftig u.a. dieses Zinsrisiko auf die Mitarbeiter verlagern.

Hier sollte aber auch erwähnt werden, dass das Unternehmen seit Einführung der LH-Betriebsrente im Jahre 1994/95 auch erheblich an dem System partizipiert hat. Neben finanziellen Vorteilen profitierte das Unternehmen durch eine attraktive bAV auch bei der Rekrutierung und langfristigen Motivation seiner Mitarbeiter. Es wird zukünftig am Arbeitsmarkt immer wichtiger werden, gutes Personal zu gewinnen, denn der demographische Wandel wird den Mangel an Fachkräften zunehmend verstärken.

Die Beratungsgesellschaft Towers Watson führte im Jahre 2012 eine Studie mit dem Titel: „Betriebliche Altersvorsorge: Was Mitarbeiter wollen“ durch. Befragt wurden rund 2000 Arbeitnehmer aus verschiedenen großen Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse bestätigen unsere Einschätzung, denn es gaben 55% der Arbeitnehmer an, bei der Wahl des Arbeitgebers das jeweilige Angebot zur bAV mit einbeziehen. In Unternehmen mit attraktiver bAV sprachen sich rund die Hälfte der Befragten dafür aus, dem Unternehmen aufgrund der bAV treu zu bleiben, während es bei Unternehmen mit unattraktiver bAV gerade einmal 12% waren.

Unser Rentensystem ist heute auf 3 Säulen aufgebaut:

  • die gesetzlichen Rente
  • die betrieblichen Altersversorgung (bAV)
  • die private Altersvorsorge

Die Säule der gesetzlichen Rente wird in der Zukunft unser Altersauskommen nicht alleine tragen können, weshalb die anderen beiden Säulen immer wichtiger werden. Die Politik hat den Weg zu einer stärkeren betrieblichen und privaten Altersversorgung bereits geebnet und wir Arbeitnehmer haben uns entsprechend darauf vorbereitet, indem wir auch die bAV in die Altersplanung einbezogen haben und u.a. deshalb Lufthansa als Arbeitgeber gewählt haben. Wenn Lufthansa nun in bestehende Verträge eingreift, sollte auch juristisch geprüft werden, inwieweit dies z.B. unter den Gesichtspunkten des Vertrauensschutzes rechtlich zulässig ist (u.a. Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts 3 AZR 431/10 vom 18.09.12).

Aber auch unabhängig von einer rechtlichen Auseinandersetzung darf sich das Lufthansa Management auf erheblichen Widerstand unserer KollegInnen einstellen. Der Lufthansa Vorstand um Herrn Dr. Christoph Franz hat seit Verkündung seiner SCORE Pläne das Vertrauen der eigenen Belegschaft sukzessive auf einen absoluten Tiefpunkt gebracht, was vor allem der Art und Weise seines Handelns und der Kommunikation geschuldet ist.

Statt getreu der Lufthansa Tradition die Dinge gemeinsam anzupacken, verfolgt der Vorstand unbeirrt seine Linie: Beschlossen und verkündet!

Das schafft kein Vertrauen, sondern fördert Misstrauen, Frustration oder sogar die Flucht aus dem Unternehmen. Diese Entwicklung ist gerade für ein Dienstleistungsunternehmen schlichtweg fatal!

Die Lufthanseaten haben in den letzten Jahren auf Lohnsteigerungen verzichtet, u.a. auch um die Stabilität der bAV zu gewährleisten und werden einen Ausverkauf der Altersversorgung nicht kampflos hinnehmen.

Die AGiL wird dabei auch unsere fliegenden KollegInnen unterstützen, denn hier eine Neiddiskussion aufgrund der vereinbarten Übergangsversorgung für die fliegenden KollegInnen zu eröffnen, spielt dem Arbeitgeber nur in die Hände und wird von uns missbilligt!

Wir fordern daher alle Gewerkschaften und KollegInnen auf, den Schulterschluss zu suchen und gemeinsam für unsere Zukunft einzustehen!

Mit kollegialen Grüßen,

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)
Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)
Wilfried Schmitz
(2. stellv. Bundesvorsitzender)
Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)
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Lufthansa kündigt Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nachdem in den letzten Monaten immer mehr Pläne des Lufthansa Managements zum Gewinnoptimierungsprogramm SCORE bekannt wurden, die bei näherer Betrachtung oft nicht sinnvoll sind und deren Auswirkungen das Unternehmen nachhaltig schwächen werden, erfuhren wir am vergangenen Sonntag aus dem Magazin DER SPIEGEL von den jüngsten Plänen des Lufthansa Vorstandes. Offenbar hält man die gegenwärtige Schockstarre großer Teile der Belegschaft für den richtigen Zeitpunkt, um die Axt des sozialen Kahlschlags erneut anzusetzen. So wurde bekannt, dass man die tarifliche Vereinbarung zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) zum Ende des Jahres kündigen möchte!

Rentenstabilität

Die Kündigung des Tarifvertrages bedeutet zunächst nur eine Verhandlungsverpflichtung für die Tarifgewerkschaften und hat bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung keine Auswirkungen auf das Bestandspersonal, da die aktuelle Regelung solange in der Nachwirkung ist, bis eine andere ablösende Regelung in Kraft tritt.

Lufthansa sprach von einer notwendigen Reform der bAV und begründete dies mit den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt verbunden mit der steigenden Lebenserwartung, weshalb die Lufthansa-Rentenkasse nicht mehr genügend erwirtschafte und hier im Jahre 2012 eine Lücke von 260 Millionen Euro geschlossen werden musste. Lufthansa möchte zukünftig u.a. dieses Zinsrisiko auf die Mitarbeiter verlagern.

Hier sollte aber auch erwähnt werden, dass das Unternehmen seit Einführung der LH-Betriebsrente im Jahre 1994/95 auch erheblich an dem System partizipiert hat. Neben finanziellen Vorteilen profitierte das Unternehmen durch eine attraktive bAV auch bei der Rekrutierung und langfristigen Motivation seiner Mitarbeiter. Es wird zukünftig am Arbeitsmarkt immer wichtiger werden, gutes Personal zu gewinnen, denn der demographische Wandel wird den Mangel an Fachkräften zunehmend verstärken.

Die Beratungsgesellschaft Towers Watson führte im Jahre 2012 eine Studie mit dem Titel: „Betriebliche Altersvorsorge: Was Mitarbeiter wollen“ durch. Befragt wurden rund 2000 Arbeitnehmer aus verschiedenen großen Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse bestätigen unsere Einschätzung, denn es gaben 55% der Arbeitnehmer an, bei der Wahl des Arbeitgebers das jeweilige Angebot zur bAV mit einbeziehen. In Unternehmen mit attraktiver bAV sprachen sich rund die Hälfte der Befragten dafür aus, dem Unternehmen aufgrund der bAV treu zu bleiben, während es bei Unternehmen mit unattraktiver bAV gerade einmal 12% waren.

Unser Rentensystem ist heute auf 3 Säulen aufgebaut:

  • die gesetzlichen Rente
  • die betrieblichen Altersversorgung (bAV)
  • die private Altersvorsorge

Die Säule der gesetzlichen Rente wird in der Zukunft unser Altersauskommen nicht alleine tragen können, weshalb die anderen beiden Säulen immer wichtiger werden. Die Politik hat den Weg zu einer stärkeren betrieblichen und privaten Altersversorgung bereits geebnet und wir Arbeitnehmer haben uns entsprechend darauf vorbereitet, indem wir auch die bAV in die Altersplanung einbezogen haben und u.a. deshalb Lufthansa als Arbeitgeber gewählt haben. Wenn Lufthansa nun in bestehende Verträge eingreift, sollte auch juristisch geprüft werden, inwieweit dies z.B. unter den Gesichtspunkten des Vertrauensschutzes rechtlich zulässig ist (u.a. Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts 3 AZR 431/10 vom 18.09.12).

Aber auch unabhängig von einer rechtlichen Auseinandersetzung darf sich das Lufthansa Management auf erheblichen Widerstand unserer KollegInnen einstellen. Der Lufthansa Vorstand um Herrn Dr. Christoph Franz hat seit Verkündung seiner SCORE Pläne das Vertrauen der eigenen Belegschaft sukzessive auf einen absoluten Tiefpunkt gebracht, was vor allem der Art und Weise seines Handelns und der Kommunikation geschuldet ist.

Statt getreu der Lufthansa Tradition die Dinge gemeinsam anzupacken, verfolgt der Vorstand unbeirrt seine Linie: Beschlossen und verkündet!

Das schafft kein Vertrauen, sondern fördert Misstrauen, Frustration oder sogar die Flucht aus dem Unternehmen. Diese Entwicklung ist gerade für ein Dienstleistungsunternehmen schlichtweg fatal!

Die Lufthanseaten haben in den letzten Jahren auf Lohnsteigerungen verzichtet, u.a. auch um die Stabilität der bAV zu gewährleisten und werden einen Ausverkauf der Altersversorgung nicht kampflos hinnehmen.

Die AGiL wird dabei auch unsere fliegenden KollegInnen unterstützen, denn hier eine Neiddiskussion aufgrund der vereinbarten Übergangsversorgung für die fliegenden KollegInnen zu eröffnen, spielt dem Arbeitgeber nur in die Hände und wird von uns missbilligt!

Wir fordern daher alle Gewerkschaften und KollegInnen auf, den Schulterschluss zu suchen und gemeinsam für unsere Zukunft einzustehen!

Mit kollegialen Grüßen,

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)
Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)
Wilfried Schmitz
(2. stellv. Bundesvorsitzender)
Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)
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Tarifverhandlungen bei der Lufthansa CityLine

Tarifverhandlungen bei der Lufthansa CityLine

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in letzter Zeit erreichen uns immer häufiger Fragen zur aktuellen Tarifsituation bei der Lufthansa CityLine.

Wir möchten klarstellen, dass die AGiL z.Zt. leider nicht der Tarifpartner ist, sondern die Ver.di.

Auch wir stellen uns in Bezug auf die Ver.di-Veröffentlichung vom 06.03.2013 einige Fragen:

  • Wie sieht es mit dem Schutz gegen Kündigungen und nicht zumutbare Versetzungen aus?
  • Was ist mit der Verlängerung des Altersteilzeittarifvertrages?

Beide Fragen beschäftigen die Kolleginnen und Kollegen an den Standorten FRA und CGN sehr intensiv, gerade hinsichtlich der Verlagerung der Verwaltung nach MUC und einem CR7 Flottenabbau.

Nach fast 6 Monaten ohne Kommunikation fordern wir die Ver.di daher auf, der Belegschaft den aktuellen Stand der Verhandlungen endlich mitzuteilen.

Mit großer Verwunderung haben wir zudem vom Rücktritt zweier langjähriger Kollegen aus der Ver.di-Tarifkommission erfahren.

  • Was waren die Gründe für deren Rücktritt?
  • Wird die Belegschaft überhaupt noch bestmöglich vertreten?

Wir sind sicherlich in einer schwierigen Zeit und gerade deshalb der Auffassung, dass der Tarifpartner Ver.di die Position der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber hier unnötig schwächt.

Mit kollegialen Grüßen,

Wilfried Schmitz
(2. stellv. Bundesvorsitzender)
Peter Friederich
(Schriftführer “Airlines Boden”)
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Tarifergebnis für Lufthansa-Beschäftigte – der Teufel steckt im Detail

Tarifergebnis für Lufthansa-Beschäftigte – der Teufel steckt im Detail

Am gestrigen 01. Mai wurde bekannt, dass sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit Lufthansa auf ein Ergebnis für die rund 33.000 Beschäftigten der AG Boden sowie der Lufthansa Systems, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo verständigt haben.

Details zu dem Ergebnis wurden zunächst kaum in der Öffentlichkeit bekannt und offizielle ver.di-Vertreter hielten sich auch auf konkrete Nachfrage deutlich zurück. Im Laufe des gestrigen Tages wurden uns dann weitere Informationen „zugespielt“, die wir nachfolgend zusammengefasst und mit zusätzlichen Hintergrundinformationen versehen haben. Diese Informationen möchten wir euch selbstverständlich weitergeben, damit ihr ein besseres Bild zum Ergebnis der Verhandlungen habt.

1. Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der ver.di-Tarifkommission und einer Mitgliederbefragung bis zum 14. Mai 2013.
Das Ergebnis der ver.di-Mitgliederbefragung ist allerdings für die Tarifkommission nicht bindend.
 

2. Beschäftigte der Lufthansa Systems, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo erhalten 4,7 Prozent, die Beschäftigten der Lufthansa AG sollen 3,0 Prozent mehr Gehalt bekommen. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 26 Monaten.

Bei einer Laufzeit von 26 Monaten ergibt dies also eine Tariferhöhung von unter 1,4% bei der LH AG. Die Inflationsrate in Deutschland lag 2012 bei rund 2%, so dass wir an dieser Stelle Einbußen bei den Reallöhnen hinnehmen müssen. Die ver.di selbst hatte zu Beginn der Tarifverhandlungen differenzierte Erhöhungen nach Geschäftsfeldern gefordert – und zwar für die LHT, LCAG und LSY waren dies ursprünglich 5,5% und für die LH AG 4,5%. Diese Differenzierung hat Lufthansa gerne aufgegriffen, weshalb es hier zur Schlechterstellung bei der LH AG kommt.

3. Für alle Beschäftigten der Lufthansa wurde der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Dauer des Tarifvertrages vereinbart.
Es ist eine Kernforderung der AGiL, alle Lufthanseaten an Bord zu halten! Dies würde aber auch den Ausschluss von Änderungskündigungen und Betriebsübergängen voraussetzen, denn nur so kann verhindert werden, dass wir in billigere Gesellschaften überführt werden können.
Die KollegInnen in Norderstedt und aus der HV Köln haben leider auch nichts von einem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen nur bis 2015, denn diese Betriebe sollen erst bis 2017 geschlossen werden.

4. Lufthansa möchte mehrere Billig-Gesellschaften gründen und dort neue, natürlich niedrigere Tarifbedingungen schaffen. So soll eine GBS Rhein-Main, GBS-Center Ost und neue dezentrale Stationsgesellschaften LHP gegründet werden (GBS ist ein Arbeitstitel und steht für Global Business Services)

Dieser Punkt ist der eigentliche Kern dieser Verhandlungen und hat massive Auswirkungen auf unsere zukünftigen Arbeitsplätze bei Lufthansa! Uns wurde gestern bekannt, dass am Tariftisch nicht nur über die Zukunft vieler administrativer KollegInnen verhandelt wurde, sondern auch unsere KollegInnen der dezentralen Stationen sollen in eine neue Billig-Abfertigungsgesellschaft übergeleitet werden. Wir müssen an dieser Stelle sicher niemandem erklären, dass bei geschaffenen Strukturen, auch die HUBs folgen werden.

5. Zu den GBS-Gesellschaften wurden weitere Eckpunkte bekannt.

a. Die Vergütung für GBS Rhein-Main soll auf Basis NVB erfolgen.
LH möchte Lufthanseaten in die GBS Rhein-Main überleiten, die nicht als ins Ausland auslagerbar eingestuft werden. Es geht hier also um „Kernarbeitsplätze“, die man zwar in Deutschland halten möchte, aber eben auf niedrigerem Lohnniveau. Die Vergütung soll zwar auf NVB-Niveau erfolgen, es wurde aber hierzu noch nichts Näheres verhandelt.

b. Die Vergütung für die GBS Ost und die dezentralen Stationsgesellschaften LHP soll auf Marktniveau erfolgen.
Eine Vergütung auf Marktniveau bedeutet, dass man sich hier an Billig-Abfertigungsgesellschaften wie Aviation-Power, AHS, etc. orientiert. Von einer Verlagerung in die neue Gesellschaft „dezentrale Stationen“ sind zunächst alle deutschen Stationen außer Frankfurt und München betroffen.

Für alle neuen Gesellschaften wurde weiterhin bekannt:

a. Neue Urlaubsstaffel von 25 bis 30 Tagen
Gestaffelt nach Zugehörigkeit soll es 30 Tage Urlaub pro Jahr erst ab dem 7.
Beschäftigungsjahr geben.

b. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, betriebliche Altersversorgung und Ergebnisbeteiligung wird es verbindlich geben
Auch hier wurde lediglich eine Bereitschaft der Tarifpartner signalisiert, aber keinerlei Details über die Höhe oder Formen der Ausgestaltung vereinbart.

c. Arbeitszeit 37,5 Stunden, Arbeitszeitkorridor 39 Stunden
Dies bedeutet, dass KollegInnen in den Gesellschaften auch bis zu 39 Stunden/Woche ohne Lohnausgleich arbeiten müssen.

d. Die Tarifpartner wollen wettbewerbsfähige Zeitzuschläge vereinbaren, die sich an steuerlichen Rahmenbedingungen orientieren.
Auch an dieser Stelle soll es also massive Einschnitte geben.

e. Beschäftigungssicherung für die von der Überleitung betroffenen KollegInnen
Nur wenn ein wettbewerbsfähiger Tarifvertrag (also deutlich unter NVB Niveau) geschlossen wurde, soll es einen Kündigungsschutz für die Betroffenen bis 2020 geben.

Die Eckpunkte zu den neuen Gesellschaften sollen zwischen den Tarifpartnern bis Ende Oktober 2013 verhandelt werden, aber ver.di hätte dann keine Druckmechanismen, denn dafür wäre ein Streik nicht mehr möglich.

Es wurde bereits vereinbart, dass die Überleitung der betroffenen Lufthanseaten in die neuen Gesellschaften, unter einheitlichen Produktivitätsbedingungen mit dem Bestandpersonals stattfinden soll. Dies hieße, dass auch Bestandssicherungen der Lufthanseaten schon jetzt nicht mehr gehalten werden können.

Der AGiL liegt das paraphierte Verhandlungspapier der beiden Tarifpartner vom

01. Mai 2013 vor und unsere Aussagen sind auf Basis dieses Papieres gemacht worden.

Der Ausverkauf der Passage darf nicht so nicht passieren! Wir fordern daher die ver.di im Namen unserer Mitglieder und vieler unserer KollegInnen auf, dieses Papier nicht final zu unterzeichnen und weiter gemeinsam für den Erhalt unserer Arbeitsplätze bei LUFTHANSA zu kämpfen!

Euer AGiL-Bundesvorstand

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)

Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)

Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)

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