Schlagwort: Lufthansa

Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr verschiedenen Quellen entnehmen können, dass Lufthansa den Beschäftigten am Boden eine Vergütungserhöhung von 2,6% für 18 Monate (für Beschäftigte der LSG sogar nur als Einmalzahlung), sowie maximal 2,5% für weitere 18 Monate anbietet. Wenn man die prognostizierte Inflationsrate gegenüberstellt, bedeutet ein solches Angebot einen Reallohnverlust. Nachdem Lufthanseaten das beste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet haben, zeigt das vorliegende Angebot sehr deutlich die „Wertschätzung“ des LH-Managements für die erbrachte Leistung seiner Beschäftigten. 

Wir betrachten das vorgelegte Angebot als völlig unzureichend und hoffen sehr, dass das LH-Management hier noch einmal deutlich nachbessert, denn ansonsten dürften Streiks bei Lufthansa vorprogrammiert sein. Dies kann nicht im Interesse des Managements, unserer Gäste und unserer KollegInnen sein.

DEN ERFOLG DER LUFTHANSA FÜR ALLE MITARBEITER SPÜRBAR MACHEN!

Von Verdi Betriebsräten werden wir derzeit häufig angesprochen, wie sich die AGiL bei einem möglichen Streik positionieren würde. Die AGiL-Tarifkommission hat sich mit der aktuellen Situation beschäftigt und ist bereit, gemeinsam mit Verdi die Interessen unser Mitglieder und KollegInnen notfalls auch durch Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen. Ein gemeinsames Vorgehen setzt jedoch voraus, dass wir uns auch über Verhandlungsinhalte und Strategien vertrauensvoll austauschen und abstimmen. Im Interesse aller Lufthanseaten appellieren wir daher zur Zusammenarbeit, denn nur gemeinsam können wir gute Ergebnisse erzielen.

Mit kollegialen Grüßen

Thorsten Beißner                                                Andreas Strache
(Vorsitzender des Vorstandes)                          (Vorstand Tarifpolitik)

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AGiL LH FRAinfo August 2017

AGiL LH FRAinfo August 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
auch in diesem Monat möchten wir Euch über aktuelle Themen für den Lufthansa- Standort FRA informieren. Habt Ihr Themen, die Ihr gerne beleuchtet haben möchtet? Schreibt uns eine Mail an frainfo@agil.aero Euer AGiL-Team

Fürsorgegespräch: Bedeutung und Handlungsoptionen

Verstärkt erreichen uns Rückfragen von KollegInnen zum Thema „Fürsorgegespräch“.
Wir müssen feststellen, dass „Fürsorgegespräche“ gelegentlich mit „BEM Gesprächen“ verwechselt werden und die Bedeutung sowie mögliche Folgen nicht allgemein bekannt sind.

Wir weisen darauf hin, dass die Inhalte und Grenzen eines Fürsorgegespräches gesetzlich nicht definiert sind. Wir, die AGiL-Betriebsräte, haben innerhalb unseres Gremiums mehrfach darauf hingewiesen, dass auch Fürsorgegespräche (wie auch sogenannte „Attestgespräche“) der betrieblichen Mitbestimmung gemäß §87(1) BetrVG unterliegen und der Betriebsrat daher eine Regelung zur Durchführung solcher Gespräche mit dem Arbeit- geber abschließen sollte. Zu unserem Be- dauern sieht die Mehrheit des Betriebsrates hierzu keinen Handlungsbedarf. Selbst unser Vorschlag, die Thematik „Fürsorgegespräch“ den KollegInnen mit einer Veröffentlichung näher zu erläutern, fand keine Akzeptanz im Gremium. Daher stellen wir Euch die aus unserer Sicht wichtigen Informationen nunmehr auf diesem Weg zur Verfügung.

Was ist ein Fürsorgegespräch?
Das Fürsorgegespräch darf der Arbeitgeber führen, wenn aus seiner Sicht Auffälligkeiten am Arbeitsplatz erkennbar sind, die zu Stör- ungen im Arbeitsablauf, dem Umfeld oder der Zusammenarbeit führen oder führen könnten. Zu diesem Zeitpunkt ist noch keine Pflicht- verletzung eingetreten, diese wird aber vom Vorgesetzten als wahrscheinlich angesehen, wenn das Verhalten fortgesetzt wird.

Welches Ziel wird damit vom Arbeitgeber verfolgt?
Das Fürsorgegespräch gehört tatsächlich zu gesundheitsorientierter Führung und soll der Verfestigung einer Situation vorbeugen. Ziel ist es, der betroffenen Person frühzeitig zu signalisieren, dass sie Unterstützung vom Arbeitgeber bzw. von seinem Vorgesetzten erwarten kann, wenn sie dies wünscht.

Wer ist an so einem Fürsorgegespräch beteiligt und wie ist der Ablauf?Es sollten nur der direkte Vorgesetzte und der Mitarbeiter beteiligt sein.

Möglicher Ablauf:
Wenn ein direkter Vorgesetzter den Eindruck hat, dass eine Mitarbeiterin oder ein Mit- arbeiter persönliche, gesundheitliche oder soziale Probleme hat, die am Arbeitsplatz sichtbar werden und bei Fortsetzung des Ver- haltens die Vernachlässigung arbeitsvertrag- licher oder dienstrechtlicher Pflichten erwarten lassen, kann er mit dem betroffenen Mit- arbeiter ein vertrauliches Gespräch führen.
Im Gespräch soll er ausschließlich die Fürsorge zum Ausdruck bringen und Unterstützung und Hilfe anbieten.

Welche Inhalte könnte so ein Gespräch haben?
Der Vorgesetzte sollte seinen persönlichen Eindruck ansprechen, dass die betroffene Person Probleme hat, die auch am Arbeitsplatz sichtbar werden. Er sollte die aus seiner Sicht wahrgenommenen Probleme oder Auf- fälligkeiten und Veränderungen konkret benennen.

Das Fürsorgegespräch ist absolut vertraulich zu behandeln. Es hat keinen Disziplinar- charakter, schriftliche Aufzeichnungen sind nicht vorgesehen.

Der Vorgesetzte sollte fragen, ob die betroffene Person Unterstützung wünscht und wenn ja, in welcher Form. Er kann den Mitarbeiter bitten, selbst Lösungsvorschläge für die Situation zu entwickeln

Er sollte dem Mitarbeiter Hinweise auf die internen Hilfeangebote (Psychosoziale Berat- ung, Medizinischer Dienst) und externe Hilfemöglichkeiten (Beratungsstellen, Ärzte, Therapeuten) geben und Infomaterial aushändigen. Wichtig ist: Der Mitarbeiter entscheidet selbst, ob er die Gründe für etwaige Probleme darlegen möchte. Führungskräfte müssen im Fürsorgegespräch akzeptieren, wenn Mitarbeiter zurückhaltend reagieren und/oder Hilfsangebote nicht an- nehmen. Bedenkt immer, dass es sich auch bei einem Fürsorgegespräch um ein Gespräch zwischen Euch und dem Arbeitgeber handelt, aus dem arbeitsrechtliche Konsequenzen hergeleitet werden können. Der Vorgesetzte darf im Rahmen eines Fürsorgegespräches nicht über Krankheitstage oder Fehlzeiten des Mitarbeiters sprechen. Hierzu gibt es gesetzliche Grundlagen und Spielregeln, welche entsprechend in der Betriebsvereinbarung (BV) „Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)“ eindeutig geregelt sind. So ist u.a. vereinbart, dass der Mitarbeiter das Angebot eines BEM Gesprächs auch ablehnen kann. Wir hoffen, dass wir Euch mit dieser Veröffentlichung zumindest eine Hilfestellung geben konnten und stehen Euch für Rückfragen immer gerne zur Verfügung.

www.agil.aero im neuen Design!

Wir haben aufgeräumt, umgebaut und neu gestalltet. “Die neue Seite ist wesentlich übersichtlicher, aufgeräumter und einfacher zu bedienen als die bisherige” erklärt Benjamin Berg – bei der AGiL zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Im Netz ist es wichtig, ständig auf dem neuesten Stand zu sein.

Mit der neuen Version von www.agil.aero wird auch ins- besondere die Darstellung auf mobilen Geräten optimiert. So können sich die Beuscher jederzeit und von überall aus aktuelle Meldungen lesen und sich über die AGiL informieren.

Die Weiterentwicklung hört natürlich auch nach diesem “Relaunch” nicht auf. “Der nächste Meilenstein wird der Start unseres Mitgliederbereichs” sagt Benjamin Berg. “

Das Portal wird unseren Mitgliedern künftig viele neue Möglichkeiten bieten, für die man sich bis dato per Mail oder Telefon bei uns melden musste. Vom Adresswechsel über eine neue Bankverbindung bis hin zum Download der Beitragsbestätigung. Die AGiL wird voll digital.” Auch die Übersicht über die AGiL-Betriebsräte wurde aktualisiert. Unter dem Punkt “Über uns” finden sich alle bundesweiten AGiL Betriebsräte, aufgeschlüsselt nach Betrieben. Schaut vorbei auf www.agil.aero

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Lufthansa AG: Nachwirkung des 
Tarifvertrages Schutzabkommen

Lufthansa AG: Nachwirkung des 
Tarifvertrages Schutzabkommen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr über die Medien und verschiedene Veröffentlichungen erfahren, dass Lufthansa den Tarifvertrag Schutz-abkommen zum 01.07.16 gekündigt hat.

Das Schutzabkommen  gilt für alle tariflichen Bestandsmitarbeiter weiter und könnte nur durch eine neue Vereinbarung  abgelöst werden. Das bedeutet, der Tarifvertrag befindet sich ab dem 01.07.16 in der Nachwirkung. Nur für Tarifmitarbeiter, die nach dem 01.07.16 ein Arbeitsverhältnis bei der Lufthansa beginnen, würde das Abkommen nicht mehr gelten.

Die Veröffentlichung der Verdi mit dem Titel “Konzerntarifkommission – 20.05.2016 – Kurzbericht” hat  in diesem Zusammenhang zu erheblicher Verunsicherung  in der Belegschaft geführt. In der Verdi-Veröffentlichung heißt es: “Nicht Verdi-Mitglieder müssen sich die “Bezugsklausel” in ihrem Arbeitsvertrag anschauen und prüfen lassen, ob dieser Verweis auch für die Nachwirkung gilt. Ohne Bezugsklausel, wirkt der Tarifvertrag für sie nicht nach.”

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  1. Jeder Lufthansa-Tarifmitarbeiter hat eine Bezugnahmeklausel in seinem Arbeits-vertrag, da ansonsten Tarifverträge überhaupt nicht anwendbar wären.
  2. Eine arbeitsvertragliche Bezugnahme-klausel gilt auch für Tarifverträge in der Nachwirkung.

Und was ist eine arbeitsvertragliche Bezugnahmeklausel überhaupt?

In den standardisierten Lufthansa-Arbeitsverträgen lautet diese Bezug-nahmeklausel in etwa wie folgt: „Die gegenseitigen Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Gesetz, den Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen der Lufthansa in ihrer jeweils geltenden Fassung.“

Über die Inhalte des Tarifvertrages Schutzabkommen und die Vorstellungen der Lufthansa werden wir gesondert berichten.

Für Rückfragen und/oder Anregungen stehen wir Euch gerne zur Verfügung.

Mit kollegialen Grüßen
Euer AGiL-Bundesvorstand

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Lufthansa: Mitarbeiter aus STR melden sich zu Wort

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nach der letzten Betriebsversammlung am 28.11.2013 möchten wir uns gerne zu Wort melden. Wir sind engagierte Kollegen aus der Passage Stuttgart. Die meisten kennen uns und haben auch schon persönlich mit uns gesprochen – wir sind ja eine überschaubare Station.

Wir sind alle vom Ende der Eigenabfertigung in STR betroffen, sowohl im gesamten operativen als auch im administrativen Bereich! Und die Frage, was aus uns dezentralen Lufthanseaten werden soll, beschäftigt jeden von uns.

ee842e3019fee30e4ca87cc93974d54b_LAuf diese zentrale Frage haben wir keine Antwort erhalten. Die endgültige Entscheidung, wie genau die Geschäftsleitung die Ausgründung für Stuttgart plant, soll uns, wie wir alle schon seit September wissen, erst Ende des 1.Quartals 2014 mitgeteilt werden. Stattdessen haben wir erfahren, dass Herr Rusche als Stellvertreter der Geschäftsleitung Verständnis für uns hat und dass Lufthansa auch Gespräche mit Swissport führt. Dazu wird uns aber noch keine nähere Information gegeben, da die Verhandlungen angeblich noch laufen. Die Geschäftsleitung sei allerdings weiterhin offen dafür, das abgelehnte Eckpunktepapier nochmals aufzugreifen.

Frau Schwinghammer als Stationsleiterin hat uns ihren und den Dank der Geschäftsleitung für unseren Arbeitseinsatz und -qualität zugesichert, um gleichzeitig deutlich nachzuschieben, dass die Passagiere keinen Wert auf eine Abfertigung durch teure Lufthanseaten legen. Ihr Jahresrückblick endete mit der Bekanntgabe, dass wir die Germanwings für die nächsten zwei Jahre weiter abfertigen; dann aber zu marktüblichen Preisen, also nicht mehr so viel quer subventioniert wie bisher. Da das Stammpersonal aber das Arbeitsvolumen im Sommer nicht bewältigen kann, will Frau Schwinghammer zur Aufstockung des Personals zu Werkverträgen greifen. Definitiv werde es weder Neueinstellungen noch Stundenerhöhungen geben. Von wem die „Werkverträge“ dann in welcher Zeit eingewiesen werden sollen, blieb wie so vieles im Unklaren.

Schließlich haben uns auch Frau Flemig (STR) und Frau Jacobi (FRA) als aktive Betriebsräte über viele nebensächliche oder längst bekannte Aktivitäten der Betriebsräte berichtet. Der Verdichtung der Arbeitsproduktivität und der knappen Schichtstärke stünden sie kritisch gegenüber, sähen aber in der Mitbestimmung kein Instrument, um das „ob“ oder „wie“ zu beeinflussen. Mitbestimmung wurde lediglich als Möglichkeit der Vorschriftsüberprüfung ohne eigenen Gestaltungsspielraum dargestellt. Wir wurden gleichwohl zur Stärkung der amtierenden örtlichen Betriebsräte aufgefordert.

Wir sind auch der Meinung, dass wir einen starken örtlichen Betriebsrat brauchen, um die Interessen der KollegInnen zu vertreten. Gerade bei den tiefgreifenden, existenziellen Fragen, die auf die dezentralen Stationen zukommen. Ein Betriebsrat aber, der schon im Vorfeld ohne Not signalisiert, dass seine Mitbestimmung Grenzen habe und der nicht alle rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz der Mitarbeiter voll ausschöpft, ermöglicht es dem Arbeitgeber, seine Maßnahmen ohne allzu große Gegenwehr umzusetzen.

Obwohl die Belegschaft in der Betriebsversammlung vor über einem Jahr besprochen hat, dem Arbeitgeber gegenüber keine weiteren Zugeständnisse mehr zu machen, wurden die Stellschrauben immer weiter angezogen. Und das mit Zustimmung oder zumindest mit Tolerierung des aktuellen Betriebsrates!

Unter anderem bei der Entwicklung der Arbeitszeit lässt sich dies konkret festmachen: Dass es im November 2013 zu Aufbauplänen bei sehr vielen MitarbeiterInnen gekommen ist, war absolut absehbar. Im Sommer noch als „Optimierung der Arbeitszeit“ propagiert, gegen die der Betriebsrat nichts unternehmen könne, äußert sich der Stuttgarter Betriebsrat jetzt kritisch zu diesem Thema. Für die nächste Planung werde in Betracht gezogen, sich bei Uneinigkeit an die Einigungsstelle zu wenden. Diese Ankündigung kommt zu spät. Mittlerweile sind nämlich viele KollegInnen wieder in den Schichtplan gewechselt, um sich damit selbst zu schützen. Und im nächsten Jahr steht die Ausgründung an, wo Schichtlängen sicher nur noch ein untergeordnetes Problem darstellen werden.

Obwohl schon in der letzten Betriebsversammlung im Juli 2013 öffentlich und mit Zustimmung vieler KollegInnen gefordert wurde, dass ein Teil der Veranstaltung auch ohne Vertreter der Geschäftsleitung stattfinden sollte, damit wir KollegInnen uns mit einem Anwalt vertraulich untereinander besprechen können, wurde auch dieses Mal kein Tagesordnungspunkt dafür vorgesehen. Und der Anwalt, der unsere Interessen gegenüber dem Arbeitgeber vertreten soll, hatte kaum Redezeit. Er konnte gerade noch erwähnen, dass er nicht erwarte, dass der Arbeitgeber mit der Kündigung der Move-Vereinbarung erfolgreich sein werde. Bei uns und bei vielen anderen entstand dadurch der Eindruck, dass der vom GBR bestellte Anwalt von dort eben nicht den Auftrag hat, die Kolleginnen und Kollegen umfassend zu informieren und rechtlich zu beraten und dass er auch nicht den Auftrag hat, alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die geplanten Maßnahmen des Arbeitgebers auszuschöpfen!

Das Ende der Eigenabfertigung ist beim Arbeitgeber beschlossene Sache. Das Verschleiern oder Hinauszögern der konkreten Pläne halten wir zum einen für eine Strategie, um die Mitarbeiter zu bewegen, freiwillig zu gehen. Andererseits ist es auch ein Zeichen dafür, dass sich der Arbeitgeber der Rechtmäßigkeit und juristischen Durchsetzbarkeit seiner Maßnahmen alles andere als sicher ist. Dies wird aber so nicht vermittelt, um die Unsicherheit weiter zu schüren.

Natürlich wissen wir auch, dass wir nicht alles zu 100% verhindern werden, was der Arbeitgeber unerbittlich und in seinem Sinn konsequent umzusetzen versucht. Wir wollen keine unrealistischen Hoffnungen wecken, wir sind aber nicht bereit ohne vehemente Gegenwehr die Maßnahmen hinzunehmen, sondern wir können und werden die über lange Jahre erkämpften Arbeitnehmerrechte verteidigen. Denn wir sind überzeugt, dass wir uns an vielen Stellen anders für die Interessen aller KollegInnen einsetzen müssen und wir werden sehr viel entschlossener für unsere Rechte kämpfen.

Es geht dabei nicht darum, dass wir KollegInnen, die zum Teil schon Jahre im Betriebsrat tätig sind, etwa als Menschen nicht schätzen würden. Doch bei den anstehenden Aufgaben bedarf es eines frischen Kampfgeistes, der dem Arbeitgeber gemeinsam einen neuen, entschlosseneren Widerstand entgegen setzt. Die geplanten Maßnahmen und die Reaktionen des Betriebsrates darauf müssen sehr viel unbequemer werden. Wir müssen für unsere Arbeitsplätze solidarisch kämpfen!

Deshalb haben wir uns entschlossen, bei der Wahl im Frühjahr 2014 mit frischer Kraft für den Betriebsrat zu kandidieren.

Gemeinsam mit einer starken Organisation im Rücken – der AGiL – werden wir es schaffen, eine ähnlich starke Arbeitnehmervertretung am Boden zu etablieren, wie es unsere KollegInnen vom Fliegenden Personal schon lange und erfolgreich haben!

Es geht um unsere Arbeitsplätze: ZEIT, AGIL ZU WERDEN!

Mit kollegialen Grüßen aus STR,

Raffaelina Rossetti Birgit Nietz Anke Lauser Levent Ayvazlar Karin Läuger
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Lufthansa beschließt Schließung aller dezentralen Stationen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Lufthansa sich aus der Eigenabfertigung aller dezentralen Stationen in Deutschland bis 2015/2016 zurückziehen und diese künftig fremd vergeben möchte. Auf den dezentralen Stationen CGN, HAM, HAJ, BRE, NUE, DUS, STR und TXL wären dadurch ca. 800 BJ (Beschäftigungsjahre) betroffen, was aufgrund der Teilzeitquote ca. 1.200 Lufthanseaten entsprechen dürfte.

In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass die erst 2011 für die Stationen CGN, HAJ, NUE und BRE abgeschlosseneMOVE-Betriebsvereinbarung durch die Geschäftsleitung außerordentlich gekündigt wurde. Diese Vereinbarung regelt ein sozialverträgliches Abschmelzen der KollegInnen auf den vier genannten Stationen, da durch Fluktuation oder Rente ausscheidende Lufthanseaten durch Fremdpersonal ersetzt werden. Im Gegenzug wurden die bestehenden Arbeitsplätze bei Lufthansa durch die MOVE-Betriebsvereinbarung langfristig gesichert.

Ob die Kündigung der MOVE-Betriebsvereinbarung rechtlich wirksam ist, werden die Gerichte entscheiden müssen.

Dem Management ging der sozialverträgliche Stellenabbau offenbar nicht schnell genug, weshalb man nun alle dezentralen LH-Stationen per Betriebsübergang in neu zu gründende Tochter- oder Fremdgesellschaften verschieben und somit auflösen möchte. Ein vom Management eingesetztes Projektteam soll die genauen Details in den nächsten Wochen ausarbeiten.

Die Strategie des Arbeitgebers ist grundsätzlich nicht neu, denn bei den diesjährigen Tarifverhandlungen wurde bereits bekannt, dass Lufthansa und die ver.di-Tarifkommission das sogenannte Eckpunktepapier verhandelt hatten, welches den Weg für Betriebsübergänge der dezentralen Stationen in LH-Billiggesellschaften ebnen sollte. Erst nach Bekanntwerden dieses Papiers und dem daraus entstandenen massiven Druck der Belegschaft auf die ver.di-Tarifkommission konnte es doch noch verhindert werden.

Lufthansa möchte sich nun also offenbar erneut der Möglichkeit eines Betriebsüberganges bedienen, um die Personalkosten ohne größere rechtliche Hürden (und somit Kosten) zu senken und kann zudem das Know-How seiner Mitarbeiter weiterhin nutzen.

Eine große Hürde für den Arbeitgeber ist der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und Änderungskündigungen, der laut Tarifvertrag nach 15 Beschäftigungsjahren greift. Der Arbeitgeber könnte dies nur über eine außerordentliche betriebsbedingte Kündigung aushebeln. Ein solcher Fall wäre beispielsweise nur bei einer kompletten Betriebsschließung gegeben, also nur wenn Lufthansa den Flugverkehr an dem Standort komplett einstellt!

Darüber hinaus enthalten sehr viele Arbeitsverträge eine Klausel, welche die deutschlandweite Einsetzbarkeit vorsieht. Diese Klausel würde sich im Kündigungsfall für den Arbeitnehmer positiv umkehren und hätte u.U. eine deutschlandweite Sozialauswahl inklusive FRA und MUC zur Folge.

Unter diesen Rahmenbedingungen wären also betriebsbedingte Kündigungen nur unter erheblichen Schwierigkeiten für den Arbeitgeber möglich, weshalb der Arbeitgeber einen Betriebsübergang als den für ihn günstigeren Weg präferiert.

Bei einem Betriebsübergang gibt es u.a. folgende Varianten:

a) Die aufnehmende Gesellschaft hat keinen Tarifvertrag

In diesem Fall werden alle Leistungen aus den LH-Tarifverträgen dauerhafter Bestandteil des Arbeitsvertrages und die Arbeitnehmer würden diese quasi in die neue Gesellschaft mitnehmen.

b) Die aufnehmende Gesellschaft hat einen eigenen Tarifvertrag

In diesem Fall würde der Tarifvertrag der aufnehmenden Gesellschaft die LH-Tarifbedingungen ablösen. Sofern die Tarifbedingungen des aufnehmenden Arbeitgebers ungünstiger sind, wovon auszugehen sein dürfte, würden sich die Arbeitsbedingungen somit entsprechend verschlechtern.

Lufthansa möchte die Lohnkosten der KollegInnen auf „Marktniveau“ senken, um so möglichst hohe Einsparungen zu generieren, was folglich nur über einen Betriebsübergang in eine Gesellschaft mit einem Tarifvertrag realisierbar wäre.

Nun sollte klar sein, warum Lufthansa eine neue Billigtochter gründen und mit einem Tarifvertrag auf Marktniveau ausstatten möchte!

Der Betriebsübergang hätte für den Arbeitnehmer natürlich den Vorteil, dass er seinen  Arbeitsplatz behalten würde, wenn auch ggfls. zu deutlich schlechteren Bedingungen.

Es wäre auch denkbar, dass der Betriebsübergang von der Lufthansa unmittelbar auf eine Drittfirma mit schlechteren tariflichen Bedingungen oder über einen Zwischenschritt zunächst auf eine neue Billigtochter und dann ggfls. anschließend auf eine Drittfirma erfolgt.

Mit dem Wegfall von tarifvertraglichen Schutzvorschriften der KollegInnen bestünde zukünftig auch die Gefahr weiterer verschlechterter Arbeitsbedingungen.Insofern wäre es leichter möglich, dass die aufnehmende Gesellschaft sogar schließt, denn nunmehr wäre es im Hinblick auf eine außerordentliche betriebsbedingte Kündigung auch nicht mehr relevant, ob Lufthansa den Flugbetrieb am Standort aufrecht erhält oder nicht.

Die AGiL steht für den Erhalt aller Arbeitsplätze bei Lufthansa!

Einen Billigtarifvertrag für neue Tochtergesellschaften, der den Bestandschutz und den Arbeitsplatz der Lufthanseaten aushebelt, würde es mit uns nicht geben!

Unsere Ziele können wir aber nur gemeinsam schaffen! Deshalb: Lasst uns zusammen stehen und um unsere Arbeitsplätze kämpfen!

Unterstützt die AGiL durch eine Mitgliedschaft und eure Stimme bei den Betriebsratswahlen im nächsten Jahr!

Für die Unterstützung bei den rechtlichen Aspekten möchten wir uns bei Herrn Dirk Scheurich (Fachanwalt für Arbeitsrecht) bedanken.

Mit kollegialen Grüßen,
euer AGiL-Bundesvorstand

Andreas Strache Thorsten Beißner Wilfried Schmitz Felix Stahlke
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Lufthansa kündigt Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung

Lufthansa kündigt Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung

RentenstabilitätLiebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nachdem in den letzten Monaten immer mehr Pläne des Lufthansa Managements zum Gewinnoptimierungsprogramm SCORE bekannt wurden, die bei näherer Betrachtung oft nicht sinnvoll sind und deren Auswirkungen das Unternehmen nachhaltig schwächen werden, erfuhren wir am vergangenen Sonntag aus dem Magazin DER SPIEGEL von den jüngsten Plänen des Lufthansa Vorstandes. Offenbar hält man die gegenwärtige Schockstarre großer Teile der Belegschaft für den richtigen Zeitpunkt, um die Axt des sozialen Kahlschlags erneut anzusetzen. So wurde bekannt, dass man die tarifliche Vereinbarung zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) zum Ende des Jahres kündigen möchte!

Die Kündigung des Tarifvertrages bedeutet zunächst nur eine Verhandlungsverpflichtung für die Tarifgewerkschaften und hat bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung keine Auswirkungen auf das Bestandspersonal, da die aktuelle Regelung solange in der Nachwirkung ist, bis eine andere ablösende Regelung in Kraft tritt.

Lufthansa sprach von einer notwendigen Reform der bAV und begründete dies mit den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt verbunden mit der steigenden Lebenserwartung, weshalb die Lufthansa-Rentenkasse nicht mehr genügend erwirtschafte und hier im Jahre 2012 eine Lücke von 260 Millionen Euro geschlossen werden musste. Lufthansa möchte zukünftig u.a. dieses Zinsrisiko auf die Mitarbeiter verlagern.

Hier sollte aber auch erwähnt werden, dass das Unternehmen seit Einführung der LH-Betriebsrente im Jahre 1994/95 auch erheblich an dem System partizipiert hat. Neben finanziellen Vorteilen profitierte das Unternehmen durch eine attraktive bAV auch bei der Rekrutierung und langfristigen Motivation seiner Mitarbeiter. Es wird zukünftig am Arbeitsmarkt immer wichtiger werden, gutes Personal zu gewinnen, denn der demographische Wandel wird den Mangel an Fachkräften zunehmend verstärken.

Die Beratungsgesellschaft Towers Watson führte im Jahre 2012 eine Studie mit dem Titel: „Betriebliche Altersvorsorge: Was Mitarbeiter wollen“ durch. Befragt wurden rund 2000 Arbeitnehmer aus verschiedenen großen Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse bestätigen unsere Einschätzung, denn es gaben 55% der Arbeitnehmer an, bei der Wahl des Arbeitgebers das jeweilige Angebot zur bAV mit einbeziehen. In Unternehmen mit attraktiver bAV sprachen sich rund die Hälfte der Befragten dafür aus, dem Unternehmen aufgrund der bAV treu zu bleiben, während es bei Unternehmen mit unattraktiver bAV gerade einmal 12% waren.

Unser Rentensystem ist heute auf 3 Säulen aufgebaut:

  • die gesetzlichen Rente
  • die betrieblichen Altersversorgung (bAV)
  • die private Altersvorsorge

Die Säule der gesetzlichen Rente wird in der Zukunft unser Altersauskommen nicht alleine tragen können, weshalb die anderen beiden Säulen immer wichtiger werden. Die Politik hat den Weg zu einer stärkeren betrieblichen und privaten Altersversorgung bereits geebnet und wir Arbeitnehmer haben uns entsprechend darauf vorbereitet, indem wir auch die bAV in die Altersplanung einbezogen haben und u.a. deshalb Lufthansa als Arbeitgeber gewählt haben. Wenn Lufthansa nun in bestehende Verträge eingreift, sollte auch juristisch geprüft werden, inwieweit dies z.B. unter den Gesichtspunkten des Vertrauensschutzes rechtlich zulässig ist (u.a. Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts 3 AZR 431/10 vom 18.09.12).

Aber auch unabhängig von einer rechtlichen Auseinandersetzung darf sich das Lufthansa Management auf erheblichen Widerstand unserer KollegInnen einstellen. Der Lufthansa Vorstand um Herrn Dr. Christoph Franz hat seit Verkündung seiner SCORE Pläne das Vertrauen der eigenen Belegschaft sukzessive auf einen absoluten Tiefpunkt gebracht, was vor allem der Art und Weise seines Handelns und der Kommunikation geschuldet ist.

Statt getreu der Lufthansa Tradition die Dinge gemeinsam anzupacken, verfolgt der Vorstand unbeirrt seine Linie: Beschlossen und verkündet!

Das schafft kein Vertrauen, sondern fördert Misstrauen, Frustration oder sogar die Flucht aus dem Unternehmen. Diese Entwicklung ist gerade für ein Dienstleistungsunternehmen schlichtweg fatal!

Die Lufthanseaten haben in den letzten Jahren auf Lohnsteigerungen verzichtet, u.a. auch um die Stabilität der bAV zu gewährleisten und werden einen Ausverkauf der Altersversorgung nicht kampflos hinnehmen.

Die AGiL wird dabei auch unsere fliegenden KollegInnen unterstützen, denn hier eine Neiddiskussion aufgrund der vereinbarten Übergangsversorgung für die fliegenden KollegInnen zu eröffnen, spielt dem Arbeitgeber nur in die Hände und wird von uns missbilligt!

Wir fordern daher alle Gewerkschaften und KollegInnen auf, den Schulterschluss zu suchen und gemeinsam für unsere Zukunft einzustehen!

Mit kollegialen Grüßen,

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)
Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)
Wilfried Schmitz
(2. stellv. Bundesvorsitzender)
Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)
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Lufthansa kündigt Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nachdem in den letzten Monaten immer mehr Pläne des Lufthansa Managements zum Gewinnoptimierungsprogramm SCORE bekannt wurden, die bei näherer Betrachtung oft nicht sinnvoll sind und deren Auswirkungen das Unternehmen nachhaltig schwächen werden, erfuhren wir am vergangenen Sonntag aus dem Magazin DER SPIEGEL von den jüngsten Plänen des Lufthansa Vorstandes. Offenbar hält man die gegenwärtige Schockstarre großer Teile der Belegschaft für den richtigen Zeitpunkt, um die Axt des sozialen Kahlschlags erneut anzusetzen. So wurde bekannt, dass man die tarifliche Vereinbarung zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) zum Ende des Jahres kündigen möchte!

Rentenstabilität

Die Kündigung des Tarifvertrages bedeutet zunächst nur eine Verhandlungsverpflichtung für die Tarifgewerkschaften und hat bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung keine Auswirkungen auf das Bestandspersonal, da die aktuelle Regelung solange in der Nachwirkung ist, bis eine andere ablösende Regelung in Kraft tritt.

Lufthansa sprach von einer notwendigen Reform der bAV und begründete dies mit den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt verbunden mit der steigenden Lebenserwartung, weshalb die Lufthansa-Rentenkasse nicht mehr genügend erwirtschafte und hier im Jahre 2012 eine Lücke von 260 Millionen Euro geschlossen werden musste. Lufthansa möchte zukünftig u.a. dieses Zinsrisiko auf die Mitarbeiter verlagern.

Hier sollte aber auch erwähnt werden, dass das Unternehmen seit Einführung der LH-Betriebsrente im Jahre 1994/95 auch erheblich an dem System partizipiert hat. Neben finanziellen Vorteilen profitierte das Unternehmen durch eine attraktive bAV auch bei der Rekrutierung und langfristigen Motivation seiner Mitarbeiter. Es wird zukünftig am Arbeitsmarkt immer wichtiger werden, gutes Personal zu gewinnen, denn der demographische Wandel wird den Mangel an Fachkräften zunehmend verstärken.

Die Beratungsgesellschaft Towers Watson führte im Jahre 2012 eine Studie mit dem Titel: „Betriebliche Altersvorsorge: Was Mitarbeiter wollen“ durch. Befragt wurden rund 2000 Arbeitnehmer aus verschiedenen großen Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse bestätigen unsere Einschätzung, denn es gaben 55% der Arbeitnehmer an, bei der Wahl des Arbeitgebers das jeweilige Angebot zur bAV mit einbeziehen. In Unternehmen mit attraktiver bAV sprachen sich rund die Hälfte der Befragten dafür aus, dem Unternehmen aufgrund der bAV treu zu bleiben, während es bei Unternehmen mit unattraktiver bAV gerade einmal 12% waren.

Unser Rentensystem ist heute auf 3 Säulen aufgebaut:

  • die gesetzlichen Rente
  • die betrieblichen Altersversorgung (bAV)
  • die private Altersvorsorge

Die Säule der gesetzlichen Rente wird in der Zukunft unser Altersauskommen nicht alleine tragen können, weshalb die anderen beiden Säulen immer wichtiger werden. Die Politik hat den Weg zu einer stärkeren betrieblichen und privaten Altersversorgung bereits geebnet und wir Arbeitnehmer haben uns entsprechend darauf vorbereitet, indem wir auch die bAV in die Altersplanung einbezogen haben und u.a. deshalb Lufthansa als Arbeitgeber gewählt haben. Wenn Lufthansa nun in bestehende Verträge eingreift, sollte auch juristisch geprüft werden, inwieweit dies z.B. unter den Gesichtspunkten des Vertrauensschutzes rechtlich zulässig ist (u.a. Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts 3 AZR 431/10 vom 18.09.12).

Aber auch unabhängig von einer rechtlichen Auseinandersetzung darf sich das Lufthansa Management auf erheblichen Widerstand unserer KollegInnen einstellen. Der Lufthansa Vorstand um Herrn Dr. Christoph Franz hat seit Verkündung seiner SCORE Pläne das Vertrauen der eigenen Belegschaft sukzessive auf einen absoluten Tiefpunkt gebracht, was vor allem der Art und Weise seines Handelns und der Kommunikation geschuldet ist.

Statt getreu der Lufthansa Tradition die Dinge gemeinsam anzupacken, verfolgt der Vorstand unbeirrt seine Linie: Beschlossen und verkündet!

Das schafft kein Vertrauen, sondern fördert Misstrauen, Frustration oder sogar die Flucht aus dem Unternehmen. Diese Entwicklung ist gerade für ein Dienstleistungsunternehmen schlichtweg fatal!

Die Lufthanseaten haben in den letzten Jahren auf Lohnsteigerungen verzichtet, u.a. auch um die Stabilität der bAV zu gewährleisten und werden einen Ausverkauf der Altersversorgung nicht kampflos hinnehmen.

Die AGiL wird dabei auch unsere fliegenden KollegInnen unterstützen, denn hier eine Neiddiskussion aufgrund der vereinbarten Übergangsversorgung für die fliegenden KollegInnen zu eröffnen, spielt dem Arbeitgeber nur in die Hände und wird von uns missbilligt!

Wir fordern daher alle Gewerkschaften und KollegInnen auf, den Schulterschluss zu suchen und gemeinsam für unsere Zukunft einzustehen!

Mit kollegialen Grüßen,

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)
Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)
Wilfried Schmitz
(2. stellv. Bundesvorsitzender)
Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)
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Tarifergebnis für Lufthansa-Beschäftigte – der Teufel steckt im Detail

Tarifergebnis für Lufthansa-Beschäftigte – der Teufel steckt im Detail

Am gestrigen 01. Mai wurde bekannt, dass sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit Lufthansa auf ein Ergebnis für die rund 33.000 Beschäftigten der AG Boden sowie der Lufthansa Systems, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo verständigt haben.

Details zu dem Ergebnis wurden zunächst kaum in der Öffentlichkeit bekannt und offizielle ver.di-Vertreter hielten sich auch auf konkrete Nachfrage deutlich zurück. Im Laufe des gestrigen Tages wurden uns dann weitere Informationen „zugespielt“, die wir nachfolgend zusammengefasst und mit zusätzlichen Hintergrundinformationen versehen haben. Diese Informationen möchten wir euch selbstverständlich weitergeben, damit ihr ein besseres Bild zum Ergebnis der Verhandlungen habt.

1. Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der ver.di-Tarifkommission und einer Mitgliederbefragung bis zum 14. Mai 2013.
Das Ergebnis der ver.di-Mitgliederbefragung ist allerdings für die Tarifkommission nicht bindend.
 

2. Beschäftigte der Lufthansa Systems, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo erhalten 4,7 Prozent, die Beschäftigten der Lufthansa AG sollen 3,0 Prozent mehr Gehalt bekommen. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 26 Monaten.

Bei einer Laufzeit von 26 Monaten ergibt dies also eine Tariferhöhung von unter 1,4% bei der LH AG. Die Inflationsrate in Deutschland lag 2012 bei rund 2%, so dass wir an dieser Stelle Einbußen bei den Reallöhnen hinnehmen müssen. Die ver.di selbst hatte zu Beginn der Tarifverhandlungen differenzierte Erhöhungen nach Geschäftsfeldern gefordert – und zwar für die LHT, LCAG und LSY waren dies ursprünglich 5,5% und für die LH AG 4,5%. Diese Differenzierung hat Lufthansa gerne aufgegriffen, weshalb es hier zur Schlechterstellung bei der LH AG kommt.

3. Für alle Beschäftigten der Lufthansa wurde der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Dauer des Tarifvertrages vereinbart.
Es ist eine Kernforderung der AGiL, alle Lufthanseaten an Bord zu halten! Dies würde aber auch den Ausschluss von Änderungskündigungen und Betriebsübergängen voraussetzen, denn nur so kann verhindert werden, dass wir in billigere Gesellschaften überführt werden können.
Die KollegInnen in Norderstedt und aus der HV Köln haben leider auch nichts von einem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen nur bis 2015, denn diese Betriebe sollen erst bis 2017 geschlossen werden.

4. Lufthansa möchte mehrere Billig-Gesellschaften gründen und dort neue, natürlich niedrigere Tarifbedingungen schaffen. So soll eine GBS Rhein-Main, GBS-Center Ost und neue dezentrale Stationsgesellschaften LHP gegründet werden (GBS ist ein Arbeitstitel und steht für Global Business Services)

Dieser Punkt ist der eigentliche Kern dieser Verhandlungen und hat massive Auswirkungen auf unsere zukünftigen Arbeitsplätze bei Lufthansa! Uns wurde gestern bekannt, dass am Tariftisch nicht nur über die Zukunft vieler administrativer KollegInnen verhandelt wurde, sondern auch unsere KollegInnen der dezentralen Stationen sollen in eine neue Billig-Abfertigungsgesellschaft übergeleitet werden. Wir müssen an dieser Stelle sicher niemandem erklären, dass bei geschaffenen Strukturen, auch die HUBs folgen werden.

5. Zu den GBS-Gesellschaften wurden weitere Eckpunkte bekannt.

a. Die Vergütung für GBS Rhein-Main soll auf Basis NVB erfolgen.
LH möchte Lufthanseaten in die GBS Rhein-Main überleiten, die nicht als ins Ausland auslagerbar eingestuft werden. Es geht hier also um „Kernarbeitsplätze“, die man zwar in Deutschland halten möchte, aber eben auf niedrigerem Lohnniveau. Die Vergütung soll zwar auf NVB-Niveau erfolgen, es wurde aber hierzu noch nichts Näheres verhandelt.

b. Die Vergütung für die GBS Ost und die dezentralen Stationsgesellschaften LHP soll auf Marktniveau erfolgen.
Eine Vergütung auf Marktniveau bedeutet, dass man sich hier an Billig-Abfertigungsgesellschaften wie Aviation-Power, AHS, etc. orientiert. Von einer Verlagerung in die neue Gesellschaft „dezentrale Stationen“ sind zunächst alle deutschen Stationen außer Frankfurt und München betroffen.

Für alle neuen Gesellschaften wurde weiterhin bekannt:

a. Neue Urlaubsstaffel von 25 bis 30 Tagen
Gestaffelt nach Zugehörigkeit soll es 30 Tage Urlaub pro Jahr erst ab dem 7.
Beschäftigungsjahr geben.

b. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, betriebliche Altersversorgung und Ergebnisbeteiligung wird es verbindlich geben
Auch hier wurde lediglich eine Bereitschaft der Tarifpartner signalisiert, aber keinerlei Details über die Höhe oder Formen der Ausgestaltung vereinbart.

c. Arbeitszeit 37,5 Stunden, Arbeitszeitkorridor 39 Stunden
Dies bedeutet, dass KollegInnen in den Gesellschaften auch bis zu 39 Stunden/Woche ohne Lohnausgleich arbeiten müssen.

d. Die Tarifpartner wollen wettbewerbsfähige Zeitzuschläge vereinbaren, die sich an steuerlichen Rahmenbedingungen orientieren.
Auch an dieser Stelle soll es also massive Einschnitte geben.

e. Beschäftigungssicherung für die von der Überleitung betroffenen KollegInnen
Nur wenn ein wettbewerbsfähiger Tarifvertrag (also deutlich unter NVB Niveau) geschlossen wurde, soll es einen Kündigungsschutz für die Betroffenen bis 2020 geben.

Die Eckpunkte zu den neuen Gesellschaften sollen zwischen den Tarifpartnern bis Ende Oktober 2013 verhandelt werden, aber ver.di hätte dann keine Druckmechanismen, denn dafür wäre ein Streik nicht mehr möglich.

Es wurde bereits vereinbart, dass die Überleitung der betroffenen Lufthanseaten in die neuen Gesellschaften, unter einheitlichen Produktivitätsbedingungen mit dem Bestandpersonals stattfinden soll. Dies hieße, dass auch Bestandssicherungen der Lufthanseaten schon jetzt nicht mehr gehalten werden können.

Der AGiL liegt das paraphierte Verhandlungspapier der beiden Tarifpartner vom

01. Mai 2013 vor und unsere Aussagen sind auf Basis dieses Papieres gemacht worden.

Der Ausverkauf der Passage darf nicht so nicht passieren! Wir fordern daher die ver.di im Namen unserer Mitglieder und vieler unserer KollegInnen auf, dieses Papier nicht final zu unterzeichnen und weiter gemeinsam für den Erhalt unserer Arbeitsplätze bei LUFTHANSA zu kämpfen!

Euer AGiL-Bundesvorstand

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)

Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)

Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)

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