FRAPORT: AGiL Info September 2017

Erfolgsbeteiligung nach §8 der Betriebsvereinbarung Nr. 60.1 Zukunftsvertrag 2018

Nach Gegenrechnung der Erfolgsbeteiligung welche unseres Erachtens nach mit 400 Euro zu gering bemessen war, forderte der Betriebsrat den Arbeitgeber auf, eine Neuberechung aufzustellen und den höheren Betrag zur Auszahlung zu bringen. Der Arbeitgeber wies dieses zurück und argumentierte, dass die Manila Rückzahlung, sowie der Verkauf der Skt. Petersburg Anteile, nicht mit hin zu gerechnet werden dürfen. Da sich der Vorstand und der Betriebsrat nicht einigen konnten, musste schlussendlich eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt werden. Am 4.09.2017 fand der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt statt. Ausgehend von der Tatsache, dass der Betriebsrat auf die Feststellung der Höhe des Budgettierungsbetrages besteht und unsere Arbeitgeber der Auffassung ist, dass das Geld aus der Manila Rückerstattung nicht mit dem Erfolg des Unternehmens im Jahr 2016 zu tun hat, wird es nun zu einem Kammertermin am 8.02.2018 kommen.

Aufgrund der schriftlichen Zusage des Arbeitgebers, dass er sich auf die Führung von sogenannten Musterklagen einlässt. Die aus der Mannschaft heraus, vornehmlich von Betriebsräten geführt werden sollen, ist die Meinung der Rechtsanwältin Fr. Bennholz die, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen keine Geltendmachung unterschreiben müssen, um ihren Anspruch gegenüber dem
Arbeitgeber geltend zu machen. Der Betriebsrat wird in einer seiner nächsten Sitzungen die Musterkläger benennen. Wir werden uns an den Musterklagen beteiligen und unsere Mitglieder auf dem Laufenden halten.

Zwei-Klassen-Gesellschaft, oder was läuft bei Fraport schief?

Mit dem Einzug ins neue Gebäude 178 fingen die Probleme an. Die dort beschäftigten Mitarbeiter/innen beschwerten sich über die unerträglichen klimatischen Zustände im Gebäude. Der Betriebsrat ( Arbeits- und Gesundheitsschutz ) prüfte, ob man nachträglich eine Luftbefeuchtungsanlage installieren könnte, die Arbeitsmedizin wurde eingeschaltet usw.….
Die Sommer kamen und gingen, auch die Winter zogen vorbei und die Prüfung dauert und dauert. Die klimatischen Bedingungen haben sich die letzten vier Jahre nicht verbessert und eine positive Entwicklung ist nicht ersichtlich.
Unser Vorstand hat jetzt die rettende Idee: er genehmigt sich für seine Räumlichkeiten nicht nur eine neue Heiz- und Kühldecke, beziehungsweise eine Beschattungsanlage für die Außen-Terrasse, sondern auch eine Kostenpunkt für die ganze Aktion, etwa 750.000 Euro! Natürlich getrennt von der Anlage des Haupthauses um ein angenehmes, wohltuendes Arbeitsklima zu schaffen, so lautet der Originaltext des Anforderungsschreibens. Ebe langts! Oder ist das die Belohnung des Vorstandes an sich selbst für das erfolgreiche Abschlussergebnis?
Wir meinen: Das dieses Geld besser verwendet wäre, wenn man die gesamten unzumutbaren klimatischen Bedingungen im Gebäude 178 für alle Beschäftigten zur Zufriedenheit gelöst hätte, wovon auch der Vorstand profitierten würde.

Ärztliche Versorgung in der Flughafenklinik
Aus betrieblichen Gründen kann in der Notfallambulanz (Flughafenklinik) seit Montag, 06.03.2017, in der Zeit zwischen 16:00 Uhr und 07:00 Uhr morgens, kein Ambulanzarzt mehr zur Verfügung gestellt werden. Zwischen 07:00 Uhr und 16:00 Uhr wird weiter wie bisher täglich ein Arzt in der Notfallambulanz erreichbar sein. Die notärztliche Versorgung in den Randzeiten
wird weiterhin wie bisher für den kompletten Bereich des Flughafens gemeinsam mit dem öffentlichen Rettungsdienst sichergestellt.
Wir sind bestrebt, unser medizinisches Angebot in Zukunft auch wieder auszuweiten. Diese Information erreichte den Betriebsrat am 06.03.2017, was dahinter steckt oder welche Konsequenzen sich daraus ergeben wurde den Betroffenen erst später bewusst. Die Beschwerden von Mitarbeitern häuften sich. Es wurde nachgefragt warum es im Intranet falsch hinterlegt ist, denn dort
steht wörtlich „ Die Ambulanz ist 24 Stunden am Tag geöffnet und immer mit mindestens einem Arzt besetzt.“ 

Wir meinen: Ganz schlechte Performance für einen angehenden 5 Sterne Flughafen, mit den Leitsprüchen: „ Great to have you here“ und „Wir sorgen dafür”.

Pausen sind Pflicht nach dem ArbZG!

Arbeitgeber sind per Gesetz verpflichtet, ihren Arbeitnehmern Ruhepausen zu gewähren. Festgelegt ist dies in § 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Allgemein versteht man darunter eine Arbeitsunterbrechung, während der der Arbeitnehmer nicht zur Arbeitsleistung herangezogen werden kann und die er nach seiner eigener Vorstellung verbringen kann. Die Dauer der Pause ist genau festgelegt und beträgt bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden 30 Minuten, bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden 45 Minuten. Diese Arbeitsunterbrechungen
können auch in andere Zeitabschnitte aufgeteilt werden, müssen dann jedoch mindestens 15 Minuten betragen. Laut Gesetz müssen die Pausen im Vorhinein feststehen. Es ist nach dem Gesetz nicht möglich, keine Pause zu machen. Leider kommt es in unserem Unternehmen immer wieder vor, dass durch falsche Personalplanung die Beschäftigten dann aufgrund interner Abläufe keine Pause machen können. Das kann und darf so nicht sein!!! Im Sinne seiner Fürsorgepflicht fordern wir den Arbeitgeber schnellstmöglich auf für die betreffenden Abteilungen Abhilfe zu schaffen.

Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Wir begrüßen es, dass für ein Jahr eine Betriebsvereinbarung im Bereich der Rettungsdienste und IFM (Integriertes Facility Management) abgeschlossen wurde. Die Betriebsvereinbarung bezieht sich auf die Werbung von Mitarbeitern im Bereich in besagtem Bereich, da hier großer Fachkräftemangel besteht. Schon in den vergangen Jahren wurden große Werbekampanien mit Plakaten an
Bahnsteigen, Anzeigen in Zeitungen und im Internet geschaltet. Ob diese erfolgreich waren entzieht sich unserer Kenntnis. Hier sollte aber vorsichtig gefragt werden, woran liegt es, dass wir eine Fachkräfte für diese Bereiche finden, sind es doch Ausbildungsberufe, wie Elektroniker, Mechatroniker, Techniker, Rettungsassistenten usw. Wir bilden doch regelmäßig aus. Jedes Jahr
begrüßen wir zwischen 100-110 Auszubildende.Könnte es daran liegen, dass wir den Auszubildenden nur für ein Jahr eine Übernahme anbieten und sie danach im luftleeren Raum hängenlassen?
Wo ist unser Plan, Mitarbeiter vom Lehrling bis hin zum Meister zu betreuen, ordentlich zu bezahlen, zu unterstützen und eine Zukunftsperspektive im Unternehmen aufzuzeigen? Könnte es auch daran liegen, dass wir hieram Flughafen besondere Arbeitsbedingungen haben? Oder könnte es daran liegen, dass die Tarifierung in unserem Betrieb im Vergleich zur freien Wirtschaft niedriger ist, gerade bei Fachkräften in Ausbildungsberufen? Wir meinen, dass die Weiterbildung und Entwicklung im Unternehmen besonders wichtig ist. Gerade Fachkräfte mit gutem Fachwissen und Spezialwissen zum Thema Flughafen müssen gefördert und vor allem gehalten werden. 

Neue Tätigkeiten für leistungsgeminderte Mitarbeiter/innen geschaffen!
Wir begrüßen die Entscheidung des Arbeitgebers, zur Unterstützung der Beschäftigten im Gepäckservicebereich BVD-IG1, zusätzliche Mitarbeiter/-innen in der Rücklaufsicherung und der Fluggastbrückenreinigung einzusetzen. Hintergrund ist die Vermischung von ankommenden und abfliegenden Fluggästen im Bereich der Fluggastbrücken zu verhindern und durch entsprechende
Kontrollen sicherzustellen. Zur Unterstützung der Fluggastbrückenbediener/innen werden daher Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen mit den Aufgaben der sogenannten Rücklaufsicherung betraut und eingesetzt, die ihre originären Tätigkeiten im Gepäckdienst, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dauerhaft nicht mehr ausüben können. Des Weiteren sollen leistungsgeminderte Mitarbeiter/innen zur Fluggastbrückenreinigung eingesetzt werden, da die Fluggastbrücken der erste Eindruck bei der Ankunft am Flughafen und an den Terminals sind.

„Wir wollen unsere Briefträger zurück!“

Diesen Satz haben wir in den vergangenen Wochen von vielen Beschäftigten aus unterschiedlichen Bereichen des Öfterend gehört. Aber wer denkt dass die Gleichbehandlung bei Fraport angekommen ist, der irrt. Oder wie sonst ist es zu verstehen, das im Gebäude 178 der Unternehmenszentrale und auch im Bereich IFM, Leitung Integriertes Facility Management, die Post
nach wie vor noch von den Beschäftigten der Abteilung IFM-IS2 / Postservice persönlich überbracht wird. Viele Abteilungen bemängeln die – seit der Einführung der neuen Postverteilung –
verspätete Zustellung der Post. Dies ist wohl dem zeitlichen Ablauf geschuldet. Da die Beschäftigten des Postservices täglich vor ihrem „Rundgang“, zu den verschiedenen Hausbriefkästen erst einmal auf die Sortierung der Einschreibebriefe und der eigentlichen Hauspost warten müssen und auch nur noch einmal am Tag die Post bringen und abholen, ist eine Verzögerung der Zustellung nicht auszuschließen. Der persönliche Kontakt bleibt leider in unserem „Weltunternehmen“ sprichwörtlich auf der Strecke! Aber das „Great to have you here“ können wir ja als Mitteilung mit der Post an unsere Briefträger senden.

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Veröffentlicht unter Betriebsrat, Fraport, Info, News
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