Category: Tarifverhandlungen

Tarifabschluss beim Lufthansa Konzern (Boden).

Tarifabschluss beim Lufthansa Konzern (Boden).

Am 7.2.2018 informierten Verdi und Lufthansa über einen „Durchbruch“ bei den Tarifverhandlungen. Konkret wurden u.a. folgende Ergebnisse veröffentlicht:

• Ab 1.2.18 erhalten alle Beschäftigten eine Tariferhöhung von 3%
• Zum 1.5.19 wird eine weitere Tariferhöhung von 3% fällig. Diese ist zum Teil ergebnisabhängig. D.h. 1,8% erhalten alle Beschäftigten gleichermaßen, die verbleibenden 1,2% werden abhängig vom Geschäftsfeldergebnis gezahlt.
• Der neue Vergütungstarifvertrag gilt bis zum 30.9.2020.
• Die betriebliche Altersversorgung wurde um Auszahlungsoptionen, wählbar durch die Beschäftigten, erweitert.
• Der Zuschuss des Arbeitgebers zum Jobticket konnte erhalten werden.

Die Verdi war mit einer Forderung von 6% mehr Gehalt für alle Beschäftigten bei einer Laufzeit von 12 Monaten in die Verhandlungen gegangen.

In den vergangenen Monaten kommunizierten die Tarifpartner wiederholt Angebote des Arbeitgebers i.H.v.1,7% bis 2,6%. Diese wurden (zu Recht) von der Verdi als unzureichend zurückgewiesen.

Rechnet man den jetzt erzielten Tarifabschluss(Laufzeit 33 Monate) auf eine Laufzeit von 12 Monaten um, so hat die Verdi eine garantierte Gehaltsteigerung von lediglich 1,765% erzielt. Im besten Fall erhalten die Bodenbeschäftigten eine Erhöhung von

2,21%. Allerdings nur, falls das Betriebsergebnis der einzelnen Gesellschaften so gut ausfallen sollte, dass dievariable Erhöhung von 1,2% ausgelöst werden würde. Die Inflationsrate lag 2017 bei 1,8% – vor diesem Hintergrund ist der von der Verdi proklamierte „Reallohnzuwachs“ zu hinterfragen.

Die AGiL erachtet diesen Abschluss als Missachtung der Leistung aller Lufthanseaten, die nicht nur das beste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte, sondern auch den lange „ersehnten“ 5. Skytrax Stern erarbeitet haben!

Als kritisch sehen wir auch die lange Laufzeit, durch die sich die Verdi die Möglichkeit von Streiks bis zum 30.09.2020 selbst genommen hat.

Es ist Zeit für eine Gewerkschaft, die die Interessen der Kolleginnen und Kollegen VOR die „Gewinnmaximierungsinteressen“ des Arbeitgebers setzt!
Es ist Zeit der Lufthansa einen Tarifpartner entgegenzusetzen, der nicht bei jeder Drohung der Geschäftsleitung einknickt. 
Es ist Zeit, AGiL zu werden!

Thorsten Beißner
Vorstandsvorsitzender

Andreas Strache
Vorstand Tarifpolitik

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Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr verschiedenen Quellen entnehmen können, dass Lufthansa den Beschäftigten am Boden eine Vergütungserhöhung von 2,6% für 18 Monate (für Beschäftigte der LSG sogar nur als Einmalzahlung), sowie maximal 2,5% für weitere 18 Monate anbietet. Wenn man die prognostizierte Inflationsrate gegenüberstellt, bedeutet ein solches Angebot einen Reallohnverlust. Nachdem Lufthanseaten das beste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet haben, zeigt das vorliegende Angebot sehr deutlich die „Wertschätzung“ des LH-Managements für die erbrachte Leistung seiner Beschäftigten. 

Wir betrachten das vorgelegte Angebot als völlig unzureichend und hoffen sehr, dass das LH-Management hier noch einmal deutlich nachbessert, denn ansonsten dürften Streiks bei Lufthansa vorprogrammiert sein. Dies kann nicht im Interesse des Managements, unserer Gäste und unserer KollegInnen sein.

DEN ERFOLG DER LUFTHANSA FÜR ALLE MITARBEITER SPÜRBAR MACHEN!

Von Verdi Betriebsräten werden wir derzeit häufig angesprochen, wie sich die AGiL bei einem möglichen Streik positionieren würde. Die AGiL-Tarifkommission hat sich mit der aktuellen Situation beschäftigt und ist bereit, gemeinsam mit Verdi die Interessen unser Mitglieder und KollegInnen notfalls auch durch Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen. Ein gemeinsames Vorgehen setzt jedoch voraus, dass wir uns auch über Verhandlungsinhalte und Strategien vertrauensvoll austauschen und abstimmen. Im Interesse aller Lufthanseaten appellieren wir daher zur Zusammenarbeit, denn nur gemeinsam können wir gute Ergebnisse erzielen.

Mit kollegialen Grüßen

Thorsten Beißner                                                Andreas Strache
(Vorsitzender des Vorstandes)                          (Vorstand Tarifpolitik)

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Lufthansa kündigt TV Schutz abkommen. Und nun?

Lufthansa kündigt TV Schutz abkommen. Und nun?

am 26.05.16 hatten wir Euch über das vom Arbeitgeber gekündigte „Schutzabkommen Rationalisierung (i.F. TV Schutzabkommen)“ informiert, dabei ging es im Kern um die Nachwirkung dieses Tarifvertrages. Noch einmal kurz zusammengefasst: Das TV Schutzabkommen ist für alle Tarifmitarbeiter in der Nachwirkung, da es in deren Arbeitsvertrag immer eine entsprechende Bezugnahmeklausel gibt. Aussagen von Verdi-Vertretern, dass der Tarifvertrag nur für Verdi-Mitglieder in der Nachwirkung sei, sind definitiv falsch! agilwerdenDie Nachwirkung des TV Schutzabkommen
wäre nur dann beendet, wenn Lufthansa und Verdi eine neue (ablösende) Vereinbarung abschließen. Wie in unserer Veröffentlichung angekündigt, möchten wir Euch heute über die Inhalte des TV Schutzabkommen und die Änderungsforderungen des Arbeitgebers informieren. Das TV Schutzabkommen wurde ursprünglich zwischen den Tarifpartnern ÖTV/DAG und dem Arbeitgeberverband geschlossen und in 1995 noch einmal zwischen Verdi und dem Arbeitgeberverband überarbeitet. Im TV Schutzabkommen ist ein Verfahren für Mitarbeiter geregelt, deren Arbeitsplatz von einer Betriebsänderung (z.B. Auslagerung, Reorganisation, (Teil-)Betriebsschließung, etc.) betroffen ist. Das TV Schutzabkommen sieht vor, dass einem von Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeiter nicht (sofort) gekündigt werden kann, sondern ihm/ihr ein anderer, zumutbarer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werden muss. Gemäß §7 des TV Schutzabkommen kann der neue Arbeitsplatz auch geringer entlohnt werden, als der bisherige Arbeitsplatz. Aus unserer Sicht ist die auslegungsfähige Formulierung in Verbindung mit einer Ablehnung eines solchen Arbeitsplatzes durch den Mitarbeiter rechtlich fragwürdig (vgl. BAG, Urteil vom 28.10.2010 (2 AZR 688/09)). Zur Dauer des Vermittlungsversuches auf einen freien, zumutbaren Arbeitsplatz innerhalb des LH Konzerns, hat das Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 10.05.2007 (2 AZR 626/05) dargelegt, dass Lufthansa offenbar selbst davon ausgeht, dass sich in einem Zeitraum von 36 Monaten regelmäßig für einen Arbeitnehmer konzernweit andere Beschäftigungsmöglichkeiten finden lassen. Für Mitarbeiter über 15 Jahren Beschäftigungszugehörigkeit greift darüber hinaus der Schutz vor ordentlichen Kündigungen und ordentlichen Änderungskündigungen gemäß MTV §41(3). Dieser Schutz ist nicht etwa im TV Schutzabkommen verankert, sondern es wird dort lediglich auf die Klausel im MTV verwiesen. Welche Ziele verfolgt Lufthansa mit der Kündigung des TV Schutzabkommen?

Um es klar zu sagen: Lufthansa plant weiteren Stellenabbau in allen Konzernbereichen!

Das TV Schutzabkommen steht diesen Plänen im Weg, denn die Vermittlung gestaltet sich grundsätzlich schwierig und dauert dem Arbeitgeber entschieden zu lang. Darüber hinaus würden dem Arbeitgeber am Ende des Vermittlungsverfahrens womöglich eine Flut von Kündigungsschutzklagen ins Haus stehen.

Daher fordert Lufthansa u.a. folgende Änderungen am TV Schutzabkommen:

• Vom Arbeitsplatzverlust betroffene Mitarbeiter sollen einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen und erhalten dafür eine Abfindung. Gleichzeitig verlieren diese Mitarbeiter sämtliche Leistungen, bzw. Schutzklauseln aus Tarifverträgen und/oder Betriebsvereinbarungen. Hierbei geht es Lufthansa insbesondere um den Kündigungsschutz aus MTV §41(3) (siehe oben).
• Im Gegenzug will Lufthansa diesen Mitarbeitern einen befristeten Arbeitsvertrag für längstens 24 Monaten in einer Transfergesellschaft anbieten. Die ersten 12 Monate mit 100%, danach sollen es nur noch 80% des ursprünglichen Gehalts sein. In dieser Transfergesellschaft sollen die betroffenen Mitarbeiter weiter qualifiziert und an den internen und externen Stellenmarkt vermittelt werden.
• Die Mitarbeiter sollen verpflichtet werden, aktiv am internen und externen Vermittlungsprozess mitzuwirken.
• Nimmt ein Mitarbeiter das Vertragsangebot der Lufthansa nicht an, sollen nun auch Mitarbeiter über 15 Jahren Betriebszugehörigkeit den Kündigungsschutz gemäß MTV §41(3) verlieren und ordentlich gekündigt werden können.

Diese und weitere Forderungen der Lufthansa liegen Verdi bereits seit September 2015 vor! Statt die Belegschaft über diese Pläne ehrlich zu informieren und diese mit billigerin die Tarifverhandlungen zur Vergütung und BAV zu nehmen, haben Lufthansa und Verdi hierzu Stillschweigen vereinbart! Gleichzeitig hatte Verdi der Lufthansa ein Sonderkündigungsrecht zum TV Schutzabkommen eingeräumt. So konnten die Tarifverhandlungen zur BAV und Vergütung ohne Streiks abgeschlossen und Friedenspflicht bis Ende 2017 hergestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist die öffentliche Reaktion der Verdi – Verhandlungsführerin: „Das werden wir nicht hinnehmen!“ völlig unglaubwürdig, denn schon seit Jahren ist Verdi ein sehr verlässlicher Partner der Arbeitgeber, wenn es um Absenkungen und Auslagerungen geht. Aktuell verhandelt Verdi mit Lufthansa über neue Vergütungsstrukturen (NVB 2.0?!) und hat jüngst einen weiteren Absenkungstarifvertrag für die Technik AG und LSY verabschiedet. Es kann JEDEN treffen! Wir alle wissen, dass es höchste Zeit ist, einen anderen Weg einzuschlagen! Mit Verdi wird das aber nicht möglich sein! Wir, die AGiL haben hierzu alle Voraussetzungen geschaffen, um Verdi abzulösen. Wir benötigen lediglich einen hohen Organisationsgrad, den wir nur durch Eure Mitgliedschaft erreichen können. 

Euer AGiL-Vorstand

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Ansprüche aus der Einmalzahlung 2015
 für ehemalige Lufthanseaten!?

Ansprüche aus der Einmalzahlung 2015
 für ehemalige Lufthanseaten!?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Rahmen der Tarifverhandlungen haben LH und Verdi im November 2015 u.a. eine Einmalzahlung von 2.250 Euro für alle tariflichen Bodenbeschäftigten, die im Zeitraum 01.04. – 31.12.2015 in einem Beschäftigungsverhältnis bei der Lufthansa AG standen, vereinbart.

Zu dieser Thematik erhielt die AGiL einige Rückfragen ehemaliger Lufthanseaten (Rentner, Jobwechsler, etc.) zu möglichen Ansprüchen aus dieser Einmalzahlung. Da die konkreten Vereinbarungen aus dem November 2015 bis heute vom Arbeitgeber nicht veröffentlicht wurden, erhielten wir erst auf Nachfrage zur Einmalzahlung einen Auszug aus der geschlossenen Tarifvereinbarung:

II. Einmalzahlung für den Zeitraum 01.04.-31.12.2015
Alle tariflichen Mitarbeiter, die zum 28.11.2015 in einem Beschäftigungs-verhältnis standen und zum Auszahlungszeitpunkt noch stehen, erhalten eine Einmalzahlung
i.H.v. 2.250 € (Teilzeit und unterjähriger Beschäftigungsbeginn pro rata). Die Auszahlung erfolgt mit der Vergütung des Monats Januar 2016.

Für Mitarbeiter mit Verträgen zur Anpassung der Arbeitszeit an den Arbeitsanfall der LSG berechnet sich die Einmalzahlung aus dem Verhältnis der tatsächlich durchschnittlich geleisteten Stunden pro Monat im Verhältnis zu dem für 163 Arbeitsstunden im Monat ausgewiesenen Basisbetrag von 2.250 €, jedoch höchstens 2.250 €. Maßgeblich für die Ermittlung der tatsächlich durchschnittlich geleisteten Stunden im Zeitraum 01.02.2015 bis 31.10.2015.

Glückliches Paar Senioren bei einem Beratungsgespräch in einer Bank

Alle Auszubildenden, die zum 28.11.2015 in einem Ausbildungsverhältnis standen und zum Auszahlungszeitpunkt noch stehen, erhalten eine Einmalzahlung i.H.v. 600€ (Teilzeit und unterjähriger Ausbildungsbeginn pro rata). Die Auszahlung erfolgt mit der Vergütung des Monats Januar 2016.

Gemäß dieser Vereinbarung hätten Mitarbeiter, die vor dem Auszahlungszeitpunkt (Ende Januar 2016) aus dem Unternehmen ausgeschieden sind (oder in Rente gegangen sind), keinerlei Ansprüche aus der Einmalzahlung.

Schon die Formulierung „Einmalzahlung“ spricht für einen Vergütungsbestandteil für die „Nullmonate“ April bis Dezember 2015. Weiter spricht auch der Sinn und Zweck der Regelung für den Entgeltcharakter und damit für einen zeitanteiligen Anspruch. Somit hätten auch Mitarbeiter, die in dem genannten Zeitraum das Unter-nehmen verlassen haben, einen anteiligen Anspruch auf die Einmalzahlung.

Eine von dieser Formulierung betroffene Rentnerin machte in der Zwischenzeit ihre Ansprüche vor dem Arbeitsgericht Frankfurt geltend. Während des laufenden Verfahrens wurde seitens Lufthansa vorgetragen, dass die tarifliche Formulierung nochmals zwischen Lufthansa und Verdi „in Überarbeitung sei“. Den Ansprüchen der Rentnerin wurde vollumfänglich stattgegeben.

Anfang April 2016 veröffentlichte Verdi dann folgende „neu ausgehandelte“ Formulierung:

Gemeinsame Erklärung der Tarifpartner zur Einmalzahlung der Tarifrunde Boden 2015
(Tarifvereinbarung vom 28.11.2015)

Alle tariflichen Mitarbeiter der im Tarifabschluss vom 28.11.2015 genannten Gesellschaften, die am 28.11.2015 in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, erhalten eine Einmalzahlung i.H.v. 2.250 € (Teilzeit und unterjähriger Beschäftigungsbeginn pro rata)

Der Anspruch auf die Einmalzahlung entsteht auch für Mitarbeiter, die am 28.11.2015 langzeitkrank außerhalb der Lohnfortzahlung sind und keinen Anspruch auf einen Krankengeldzuschuss gemäß §27 Abs. 3 und 4 MTV Nr. 14 für das Bodenpersonal der DLH AG mehr haben. Sie erhalten die Einmalzahlung

anteilig für die Zeiträume in denen sie in einem Beschäftigungsverhältnis (aktiven Arbeitsverhältnis) waren, nicht jedoch für die Zeiträume der Langzeitkrankheit außerhalb der Lohnfortzahlung ohne Anspruch auf tariflichen Krankengeldzuschuss selbst.

Nach der neu formulierten Vereinbarung hätten abermals Mitarbeiter die vor dem Stichtag 28.11.2015 aus dem Unternehmen ausgeschieden sind, keinerlei Ansprüche aus der Einmalzahlung.

Aus unserer Sicht ist dies ein Versuch, rechtliche Ansprüche ehemaliger Lufthansamitarbeiter zu beschneiden. Vor diesem Hintergrund sollten sich betroffene ehemalige Lufthanseaten überlegen, etwaige Ansprüche zeitnah geltend zu machen, da in Betracht kommen könnte, dass diese Ansprüche anderenfalls (wegen Zeitablauf) verfallen könnten.

Für die in diesem Schreiben genannten rechtlichen Aspekte möchten wir uns bei Herrn Rechtsanwalt Dirk Scheurich, Martin-Luther-King-Str. 1, 63452 Hanau bedanken.

Mit kollegialen Grüßen

Eure AGiL

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Lufthansa AG: Nachwirkung des 
Tarifvertrages Schutzabkommen

Lufthansa AG: Nachwirkung des 
Tarifvertrages Schutzabkommen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr über die Medien und verschiedene Veröffentlichungen erfahren, dass Lufthansa den Tarifvertrag Schutz-abkommen zum 01.07.16 gekündigt hat.

Das Schutzabkommen  gilt für alle tariflichen Bestandsmitarbeiter weiter und könnte nur durch eine neue Vereinbarung  abgelöst werden. Das bedeutet, der Tarifvertrag befindet sich ab dem 01.07.16 in der Nachwirkung. Nur für Tarifmitarbeiter, die nach dem 01.07.16 ein Arbeitsverhältnis bei der Lufthansa beginnen, würde das Abkommen nicht mehr gelten.

Die Veröffentlichung der Verdi mit dem Titel “Konzerntarifkommission – 20.05.2016 – Kurzbericht” hat  in diesem Zusammenhang zu erheblicher Verunsicherung  in der Belegschaft geführt. In der Verdi-Veröffentlichung heißt es: “Nicht Verdi-Mitglieder müssen sich die “Bezugsklausel” in ihrem Arbeitsvertrag anschauen und prüfen lassen, ob dieser Verweis auch für die Nachwirkung gilt. Ohne Bezugsklausel, wirkt der Tarifvertrag für sie nicht nach.”

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  1. Jeder Lufthansa-Tarifmitarbeiter hat eine Bezugnahmeklausel in seinem Arbeits-vertrag, da ansonsten Tarifverträge überhaupt nicht anwendbar wären.
  2. Eine arbeitsvertragliche Bezugnahme-klausel gilt auch für Tarifverträge in der Nachwirkung.

Und was ist eine arbeitsvertragliche Bezugnahmeklausel überhaupt?

In den standardisierten Lufthansa-Arbeitsverträgen lautet diese Bezug-nahmeklausel in etwa wie folgt: „Die gegenseitigen Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Gesetz, den Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen der Lufthansa in ihrer jeweils geltenden Fassung.“

Über die Inhalte des Tarifvertrages Schutzabkommen und die Vorstellungen der Lufthansa werden wir gesondert berichten.

Für Rückfragen und/oder Anregungen stehen wir Euch gerne zur Verfügung.

Mit kollegialen Grüßen
Euer AGiL-Bundesvorstand

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WARNSTREIK bei der FRAPORT AG

WARNSTREIK bei der FRAPORT AG

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Für Mittwoch, den 27.4.2016 hat Verdi zu einem Warnstreik im Rahmen der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst aufgerufen.
AGiL hat Schwerpunkte identifiziert, bei denen aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf besteht.

• Eine Lohnerhöhung von 6% bei einer Laufzeit von 12 Monaten

• Keine Absenkungsverträge• „gleiches Geld für gleiche Arbeit“
• “Tarifvertrag Zukunft” (TV 34) neu verhandeln
• Keine Auslagerungen
• Keine Gewinnmaximierung auf Kosten der Mitarbeiter (EBIT15)

TarifstreitDie Informationen seitens des Arbeitgebers und Verdi über die genauen Inhalte der laufenden Verhandlungen sind nur sehr dürftig. Ohne Kenntnis über die genauen Verhandlungsinhalte können wir den Warnstreik nicht uneingeschränkt unterstützen. Vor diesem Hintergrund hat AGiL beschlossen, unseren Mitgliedern die Teilnahme an dem Warnstreik freizustellen, d.h. dass unsere Mitglieder, die sich an dem Streik beteiligen und dadurch einen Lohnabzug durch den Arbeitgeber zu verschmerzen haben, von uns eine Streikunterstützung gemäß unserer Streikordnung erhalten.

Wir haben weiter beschlossen, dass wir diese Streikunterstützung auch Neumitgliedern zahlen, die sich bis zum 27.4.2016 für eine Mitgliedschaft bei der AGiL entscheiden. Sollte es im Zusammenhang mit dem Streik zu Konflikten mit dem Arbeitgeber kommen, sind unsere Mitglieder rechtlich abgesichert. Um die Streikunterstützung zu erhalten, benötigen wir lediglich einen Nachweis mit Mitgliedsnummer (per Post oder Email -> mitgliederbetreuung@agil.aero), auf dem der Lohnabzug aufgrund der Streikteilnahme ersichtlich ist.

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Unsere Agenda zu den anstehenden Tarifverhandlungen bei der Lufthansa AG

Liebe Kolleginnen und Kollegen, in Kürze beginnen die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa AG. Von diesen Tarifverhandlungen sind auch unsere Mitglieder in den Konzerngesellschaften der Lufthansa AG Boden und der LSG betroffen. Daher haben wir für diese Bereiche Schwerpunkte identifiziert, bei denen aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf besteht. 461011bcaf5b5e723e897c33f049f169_XLGrundsätzlich lehnen wir Auslagerungen und damit einhergehende Billigtarifverträge ab. Unser Ansatz ist, unsere Kollegen bei Lufthansa zu halten und die Tarifverträge auf ein gemeinsames Niveau anzuheben und nicht Berufsgruppen/Gesellschaften durch stetige Absenkungen gegeneinander auszuspielen. In jedem Fall müssen die Stammbelegschaft und auch zukünftige Kollegen durch wirksame Absicherungen geschützt werden. Wir haben uns in einigen Punkten bewusst an Tarifforderungen der UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) angelehnt. Wir möchten die Tarifbedingungen der unterschiedlichen Berufsgruppen innerhalb der Lufthansa AG wieder stärker in Einklang bringen und so einer fortschreitenden Spaltung der Belegschaft entgegen wirken. Die nachfolgenden Punkte müssen zum Teil neu vereinbart werden, greifen aber auch teilweise in bestehende tarifliche Regelungen ein, die ggfls. gekündigt, bzw. ergänzt werden müssten. 1. Neuregelung der Betrieblichen Altersvorsorge • Das Niveau der betrieblichen Alters-vorsorge soll auch künftig für alle Mitarbeiter erhalten bleiben. Bei Bestandsmitarbeitern muss zusätzlich erreicht werden, dass Lücken, die durch die Rente mit 67, die geforderten 45 Beitragsjahre und das Absenken des Rentenniveaus entstanden sind, ausgeglichen werden. Dabei gilt der Grundsatz, je näher der Mitarbeiter bereits an der Versorgung ist, desto höher müssen die Leistungen sein, da eine persönliche Zusatzvorsorge, um diesen Punkten gegenzusteuern, nicht mehr erfolgen kann.


2. Altersteilzeit • Verlängerung/Ausweitung von Alters-teilzeitmodellen auf die Jahrgänge bis 1962 unter Berücksichtigung der Regelung für Schwerbehinderte.


3. Vergütung und Vergütungssystematik • Tabellenerhöhung von insgesamt 8,0% bei einer Laufzeit von 2 Jahren, bei Berücksichtigung einer Mindesterhöhung von 150,00€. • Modulares Vergütungssystem für Mitarbeiter in operativen Bereichen (Mehrfachqualifikationen). • Überprüfung und Anpassung der vorhandenen Job-Profile. • Festschreibung des Seiteneinstieges • Verbesserung des Mitarbeiter-beteiligungsprogramms.


4. Neuregelungen bei der Arbeitszeit • Konkretisierung des Ausgleichszeitraums bei Schichtdienst. • Anpassung der Definition von Mehrarbeit/Überarbeit (u.a. Auslösegrenze).


5. Abdeckung von saisonalen Schwankungen durch JAZ-Modelle und/oder Abrufkräfte Aufgrund saisonaler Verkehrsschwankungen sind flexible Arbeitszeitmodelle in einem gewissen Maß sicherlich notwendig, müssen aber wie folgt tariflich geregelt werden: • Die Höchstgrenze von JAZ-Mitarbeitern/Abrufkräften muss ent-sprechend der betrieblichen Not-wendigkeit festgeschrieben werden. • Für die Flexibilität solcher Arbeitszeit-modelle müssen Anreize für die Beschäftigten vereinbart werden. • Der Einsatz in diesen Modellen kann nur freiwillig erfolgen.


 6. Beschäftigungssicherung/ Personalentwicklung • Kündigungsschutz • Eindämmung von sachgrundlosen Befristungen, Leiharbeit und Abruf-kräften auf ein tariflich vereinbartes Höchstmaß in den Betrieben. • Tarifliche Regelungen bei Betriebs-übergängen: Dauerhafter Schutz der Stammbelegschaft (u.a. Erhalt der Dezentralen Stationen). • Abnahmegarantien von Dienstleistungen für alle Konzernverkehre (inklusive „Wings“ + „Jump“) auf allen deutschen Stationen. • Ausbau der Wechselmöglichkeiten innerhalb des LH-KonzernsEinführung einer festen Laufbahn-entwicklung vom Service Agent zum Service Professional auf den Stationen. • u.a. Wechselmöglichkeiten für Bodenpersonal in die Kabine unter Anerkennung der Berufserfahrung und Qualifikation. • Sichere Perspektive für die aktuell im Clearing-Verfahren befindlichen Mitarbeiter. • Einführung einer festen Laufbahnentwicklung vom Service Agent zum Service Professional auf den Stationen. • Entwicklungsband N2 (Steigerungsbetrag)


7. Ausbildung im Lufthansa-Konzern • Übernahmegarantie für alle Aus-zubildenden im DLH Konzern. • Steigerung der Bezüge um 150 EUR brutto auf 2 Jahre.


8. ID-Reisen Wir möchten Bedingungen einführen bzw. verbessern, die den Mitarbeitern ermöglichen, das ID-Fliegen wieder als echten Vorteil wahrzunehmen. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass steuerrechtliche Limitierungen und deren Gesamtwirkung auf die Mitarbeiter berücksichtigt werden müssen, um unerwünschte Gegeneffekte zu vermeiden. Mögliche Elemente: • Einführung eines Haustarifs auf konzern-eigenem Fluggerät. • Verbesserung des Buchungsstatus bei definiertem Kontingent. • Freiflüge • Verbesserter Service (myidtravel – Hotline günstiger und auch aus dem Ausland erreichbar). • Veränderte Abrechnungsmodelle („Pay as you fly“). Damit wir diese Vorstellungen /Forderungen so schnell wie möglich in Eurem Interesse umsetzen können, benötigen wir eure Unterstützung durch eine AGiL-Mitgliedschaft. Mit Hochdruck arbeiten wir gemeinsam mit anderen Fachgewerkschaften an der Gründung einer IGL (Industriegewerkschaft Luftverkehr), die uns die Tariffähigkeit schon zeitnah ermöglichen könnte.

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