Category: MUC

Tarifabschluss beim Lufthansa Konzern (Boden).

Tarifabschluss beim Lufthansa Konzern (Boden).

Am 7.2.2018 informierten Verdi und Lufthansa über einen „Durchbruch“ bei den Tarifverhandlungen. Konkret wurden u.a. folgende Ergebnisse veröffentlicht:

• Ab 1.2.18 erhalten alle Beschäftigten eine Tariferhöhung von 3%
• Zum 1.5.19 wird eine weitere Tariferhöhung von 3% fällig. Diese ist zum Teil ergebnisabhängig. D.h. 1,8% erhalten alle Beschäftigten gleichermaßen, die verbleibenden 1,2% werden abhängig vom Geschäftsfeldergebnis gezahlt.
• Der neue Vergütungstarifvertrag gilt bis zum 30.9.2020.
• Die betriebliche Altersversorgung wurde um Auszahlungsoptionen, wählbar durch die Beschäftigten, erweitert.
• Der Zuschuss des Arbeitgebers zum Jobticket konnte erhalten werden.

Die Verdi war mit einer Forderung von 6% mehr Gehalt für alle Beschäftigten bei einer Laufzeit von 12 Monaten in die Verhandlungen gegangen.

In den vergangenen Monaten kommunizierten die Tarifpartner wiederholt Angebote des Arbeitgebers i.H.v.1,7% bis 2,6%. Diese wurden (zu Recht) von der Verdi als unzureichend zurückgewiesen.

Rechnet man den jetzt erzielten Tarifabschluss(Laufzeit 33 Monate) auf eine Laufzeit von 12 Monaten um, so hat die Verdi eine garantierte Gehaltsteigerung von lediglich 1,765% erzielt. Im besten Fall erhalten die Bodenbeschäftigten eine Erhöhung von

2,21%. Allerdings nur, falls das Betriebsergebnis der einzelnen Gesellschaften so gut ausfallen sollte, dass dievariable Erhöhung von 1,2% ausgelöst werden würde. Die Inflationsrate lag 2017 bei 1,8% – vor diesem Hintergrund ist der von der Verdi proklamierte „Reallohnzuwachs“ zu hinterfragen.

Die AGiL erachtet diesen Abschluss als Missachtung der Leistung aller Lufthanseaten, die nicht nur das beste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte, sondern auch den lange „ersehnten“ 5. Skytrax Stern erarbeitet haben!

Als kritisch sehen wir auch die lange Laufzeit, durch die sich die Verdi die Möglichkeit von Streiks bis zum 30.09.2020 selbst genommen hat.

Es ist Zeit für eine Gewerkschaft, die die Interessen der Kolleginnen und Kollegen VOR die „Gewinnmaximierungsinteressen“ des Arbeitgebers setzt!
Es ist Zeit der Lufthansa einen Tarifpartner entgegenzusetzen, der nicht bei jeder Drohung der Geschäftsleitung einknickt. 
Es ist Zeit, AGiL zu werden!

Thorsten Beißner
Vorstandsvorsitzender

Andreas Strache
Vorstand Tarifpolitik

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AGiL Info MUC: Rufbereitschaft

AGiL Info MUC: Rufbereitschaft

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Rufbereitschaft beschäftigt uns alle seit Jahren. Wir, Eure AGiL-Betriebsräte, haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie man Eure Belange als Kollegen und operative Herausforderungen bei IRREGs besser unter einen Hut bringen kann.

Unsere Idee basiert auf 2 Säulen:

• späterer Beginn der Schlussdienste mit mehr „Luft“ nach hinten und
• eine Aktualisierung und Optimierung der bestehenden IRREG Prozesse.

Wenn diese beiden Faktoren „Dienstverlegungen“ und „klar definierte Prozesse“ ineinandergreifen wird das Konzept funktionieren! Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass dadurch eine Rufbereitschaft nicht mehr nötig wäre. 

Der aktuelle Stand:

Nach dieser Vorarbeit durch uns AGiL- Betriebsräte wurden die Betriebsvereinbarungen zur Rufbereitschaft per Mehrheitsbeschluss des Betriebsrates offiziell gekündigt. Bis neue Vereinbarungen mit der Geschäftsleitung getroffen werden, wirken die alten Vereinbarungen per Gesetz nach, das bedeutet, sie gelten weiterhin unverändert. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben gibt es bei MUC L/GA1 eine spezielle Situation, deswegen wird die Vereinbarung RUF in dieser Abteilung gesondert behandelt.

“Warum geht nichts vorwärts? oder Warum habe ich als Mitarbeiter den Eindruck es geht nichts vorwärts”:

Die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung gestalteten sich von Anfang an sehr schwierig, so dass bei Euch der Eindruck entstanden ist, es geht nichts vorwärts. Tatsächlich stecken die Gespräche im Moment in einer Sackgasse. Das liegt nach unserer Auffassung an 2 Faktoren: Zum einen haben wir den Eindruck, dass auf Seiten der Geschäftsleitung kein ernsthaftes Interesse besteht, sich näher mit unserem Konzept

auseinanderzusetzen, trotz über- zeugender Argumente von unserer Seite. Zum anderen ist es uns nicht gelungen, alle Gruppierungen des Betriebsrates dazu zu be- wegen, sich ebenfalls mit eigenen Ideen einzubringen und sich für Eure Belange einzusetzen. Unserer Auffassung nach kann es, wenn es um die Belange von Kolleginnen und Kollegen geht, keine verfestigte Abwehrhaltung geben, im Sinne von „aus Prinzip dagegen sein“, nur weil wir etwas erarbeitet haben, denn es muss letzten Endes um die Inhalte gehen und nicht darum, eine Oppositionshaltung einzunehmen. Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist es enorm wichtig, dass die von Euch gewählte Mitbestimmung als eine Einheit auftritt und klare Signale an die Geschäftsleitung sendet, um alle für Euch so wichtigen Themen wie Rufbereitschaft, Schichtplangestaltung usw. voranzubringen. Vielleicht ist es jetzt kurz vor der Betriebsratswahl an der Zeit, darüber nachzudenken, aus welchen Motiven mancher das Amt des Betriebsrates ausübt und dahin- gehend seine Wahlentscheidung zu treffen. 

Wir kämpfen für unsere Überzeugung – 2 Säulen 2 Konzepte 1 Ziel 

Trotz all dieser Widrigkeiten kämpfen wir weiter für unsere Überzeugungen und haben neuen Schwung in die Verhandlungen gebracht. Auf Vorschlag von AGiL wurde im Betriebsrat beschlossen, die von uns oben vorgestellten 2 Säulen unseres Konzeptes getrennt voneinander weiterzuverfolgen. In der AG (Arbeitsgruppe) IRREG werden zukünftig alle Prozessthemen rund um IRREG- Situationen betrachtet. Die Arbeitszeitthemen zur RUF werden in der AG Schichtplanung bearbeitet. Diese wurde gegründet im Zusammenhang mit dem Projekt „Hub 2020“ und dem Ziel, die Schichtplangestaltung für alle Bereiche der Station zu modernisieren. Aus der „AG Schichtplanung“ kommen bereits erste Signale, dass sich die Geschäftsleitung spätere Schlussdienste vorstellen kann.

Was wir schon erreicht haben:

Einen weiteren Impuls gegeben hat der Beschluss des Betriebsrates, die 10-Stunden- und Pausenverstöße anzuzeigen. Nun ist die Geschäftsleitung im Zugzwang zu handeln, IRREG Prozesse neu zu überdenken, um durch geeignete Maßnahmen die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der 11.1.2018. An diesem Tag gab es immer wieder Computer- ausfälle und zusätzlich lag eine offizielle Sturmwarnung vor. Die Geschäftsleitung hat mit Erfolg proaktiv Kollegen gefragt, ob sie bereit wären ihre Spätdienste nach hinten zu verlegen. Diese Maßnahme hat dazu beigetragen, dass die IRREG Situation an diesem Tag entspannter ablief, 10 Stundenverstöße vermieden wurden und ein Hereinrufen der RUF nicht nötig war. Für uns ist das das klare Zeichen, dass unsere Ideen realisierbar sind! Unser Konzept RUF funktioniert! Aus unserer Sicht sind wir jedoch noch lange nicht am Ziel. In einem kontinuierlichen Dialog mit der Geschäftsleitung müssen nun dringend die Prozesse klar definiert werden, um eine nachhaltige Basis für den zukünftigen Umgang mit IRREG Situationen zu schaffen. Die federführend von AGiL Betriebsräten durchgeführte Mitarbeiterumfrage, hat eindeutig gezeigt, dass die RUF von Euch als Belastung empfunden wird. Prophylaktisch die RUF hereinzurufen, wie in den vergangenen Monaten, kann keine Lösung sein, da dies vor allem für die PDIs zu einer er- heblichen Mehrbelastung führt. Auch darf unter keinen Umständen durch das Rufen der Kolleginnen und Kollegen in der Ruf- bereitschaft der aktuelle Mangel an Personal kompensiert werden! Dies ist und war (auch bei den Vereinbarungen der Vergangenheit) niemals der Sinn der Ruf- bereitschaft!

Was wir für Euch und Uns erreichen möchten:

In unserer Umfrage habt Ihr Euch mehrheitlich gegen eine Rufbereitschaft ausgesprochen. Es kann nicht sein, dass Eure Meinung so wenig Gehör – sowohl bei der Geschäftsleitung wie auch bei Teilen des Betriebsrates – findet und darüber hinaus auf Desinteresse stößt. Der Betriebsrat ist die von Euch gewählte Vertretung und Eure Interessen haben dabei immer an erster Stelle zu stehen! Dabei kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein, am Ende des Tages darf es jedoch keine Rolle spielen, ob Eure Vertreter im Betriebsrat sich nun Grün, Rot, Blau, Gelb oder anders nennen. Das Gesetz kennt keine Oppositionsarbeit innerhalb des Betriebsrates!

Eure Interessen haben immer Vorrang!

Dafür stehen wir als AGiL Betriebsräte:Wir vertreten EURE Interessen! 

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AGiL, UFO, IGL und TGL bilden Konzernbündnis zur Aufsichtsratswahl im Lufthansa Konzern

AGiL, UFO, IGL und TGL bilden Konzernbündnis zur Aufsichtsratswahl im Lufthansa Konzern

Die AGiL (Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr e.V.) hat sich mit anderen Gewerkschaften der Luftfahrtbranche UFO, TGL, IGL  zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Dies wurde unter anderem notwendig, um ein Gegengewicht zur Partnerschaft der Vereinigung Cockpit mit der Verdi zu stellen.

“Ziel des Bündnisses ist es, so viele Berufsgruppen und Konzernfelder wie möglich, kompetent und präsent im Aufsichtsrat zu vertreten” erklärt Thorsten Beißner, Vorsitzender der AGiL. Es ist wichtig, die Dominanz der VC und ver.di, die derzeit 60% der Arbeitnehmermandate (inkl. der stellvertreten Aufsichtsratsvorsitzenden) inne haben, zu brechen und alle Interessensvertretungen aktiv und gleichwertig in diesem strategisch wichtigem Gremium zu platzieren.

Die AGiL hat bereits in der auslaufenden Amtszeit des LH-Aufsichtsrates mit Andreas Strache ein kompetentes Mitglied in dieses Gremium entsandt. „Um unsere Einflussmöglichkeiten im Aufsichtsrat besser vertreten zu können, müssen sich die Mehrheitsverhältnisse ändern.” so Beißner weiter.

Die Mitglieder der AGiL sind Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste sowie der operativen Steuerung in Luftfahrtunternehmen bundesweit. Unsere Bündnispartner vertreten Mitarbeiter anderer Berufsgruppen. Hierdurch stellen wir sicher, dass wirklich die Interessen ALLER Mitarbeitergruppen im Lufthansakonzern vertreten werden.

 

Weitere Informationen zur gemeinsamen Kampagne sind im Netz unter www.triff-deine-wahl.de

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Lufthansa: Zuzahlung zur Dienstbekleidung // „Kleidergeldurteil“

Lufthansa: Zuzahlung zur Dienstbekleidung // „Kleidergeldurteil“

Am 13.07.17 hatte die Ver.di im Betrieb eine Veröffentlichung mit dem Titel „Kleidergeldurteil 13.07.2017“ verteilt. Daraufhin erreichten uns sehr viele Rückfragen zu diesem Thema, weshalb wir den aktuellen Stand gerne aus unserer Sicht kommentieren möchten. 

Grundsätzlich ist es rechtmäßig, dass Arbeitgeber für die Dienstbekleidung eine Zuzahlung vom Arbeitnehmer verlangen 

können, was bereits abschließend gerichtlich entschieden wurde. Da es sich hierbei jedoch um einen Lohnbestandteil handelt, muss die Höhe dieser Zuzahlung (bzw. der Lohnabzug) entweder tariflich oder im Arbeitsvertrag geregelt sein. Bei Lufthansa wurde beides versäumt, weshalb im Rahmen einer Individualklage vom LAG Hessen entschieden wurde, dass der Kleidergeldabzug in diesem Fall unrechtmäßig erfolgte.

Wir, die AGiL, begrüßen die Entscheidung des LAG Hessen, die sich auch mit unserer Rechtsauffassung deckt. Wir möchten zur Veröffentlichung der Ver.di „Kleiderurteil 13.07.17“ wie folgt Stellung nehmen und ergänzen:

  1. Die Entscheidung des LAG Hessen ist noch nicht rechtskräftig, da der Lufthansa noch Rechtsmittel offen stehen.
  2.  Zur Vermeidung der Verjährung kommt es nicht auf die Geltendmachung der Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber, sondern auf die gerichtliche Geltendmachung an. Dies bedeutet: Um die Ansprüche aus 2014 nicht verjähren zu lassen, müsste jeder Mitarbeiter individuell bis zum 31.12.17 seinen Anspruch bei Gericht geltend gemacht haben. Nur ein Schreiben an den Arbeitgeber zu versenden, verhindert die Verjährung nicht.
  3. Da die Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist, würden wir Euch empfehlen, zumindest aus Kostengründen, mit der gerichtlichen Geltendmachung bis zur rechtskräftigen Entscheidung abzuwarten. In einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht werden nämlich die Kosten in jedem Fall zwischen beiden Parteien geteilt.
  4. Vor diesem Hintergrund, hoffen wir, dass die Tarifpartner ihr Versäumnis umgehend regeln, damit Klarheit für alle Mitarbeiter herrscht. 

Sobald es neue Fakten zu diesem Thema gibt, werden wir Euch umgehend informieren!
Für Rückfragen stehen wir Euch gerne zur Verfügung.

Eure AGiL

Diese News als PDF zum ausdrucken, gibt es HIER

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Personalengpass auf den Lufthansa Stationen FRA und MUC

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die aktuelle Personalsituation auf den Lufthansa Stationen FRA und MUC und jüngste Ereignisse welche in unmittelbarem Zusammenhang stehen, veranlassen uns, Euch einige Hintergrundinformationen zu geben.

471bd07fdaa7b040f7ab8b2a13f8f35b_LDie operativen Bereiche in FRA und MUC leiden derzeit unter erheblichem Personalmangel, weshalb der Arbeitgeber insbesondere in den letzten Wochen auch immer häufiger Mehr-/Überarbeit anordnet. Die enorme Belastung der betroffenen KollegInnen führt unumgänglich zu einem weiteren Anstieg der sehr hohen Krankenquote, wodurch die Personalsituation weiter verschärft wird.

Die speziellen Faktoren, die zu dem Personalmangel führten, gelten für beide Lufthansa Stationen gleichermaßen:

• Mit der ALTEA-Einführung wurde eine Vielzahl von KollegInnen für den Support abgezogen
• Die Fluktuation auf den Stationen (wie auch in anderen Bereichen) ist hoch. Gründe hierfür sind neben der Vergütung auch die Arbeitsatmosphäre und die Arbeitsbedingungen.
• Nicht vorhersehbar war der tragische Unfall von 4U9525, weshalb weitere KollegInnen für SAT-Einsätze benötigt wurden.
• Die Einsatzzeiten der ALTEA- und SAT-KollegInnen lagen häufig über den vertraglich geschuldeten Arbeitszeiten, weshalb deren Plusstundenkonten anwuchsen und nun längerfristig wieder abgebaut werden müssen.

Während die Station FRA zumindest einen Teil dieser Faktoren mit zusätzlichen, befristeten Neueinstellungen in 2015 abfedern konnte, blieb diese Maßnahme in MUC bedauerlicherweise aus. In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, dass MUC falsche Planungsparameter ansetzte, denn bei der Vorstellung der Personalplanung beim Betriebsrat MUC gab die Geschäftsleitung das ALTEA-Projektende mit Juni 2015, statt Juli 2015 an. Die Folgen der verfehlten Personalplanung sind für unsere KollegInnen deutlich spürbar und insbesondere die letzten beiden Monate waren in MUC katastrophal! Auf der letzten Betriebsversammlung in MUC am 30.06.15 haben die KollgInnen ihren Unmut über die aktuelle Personalsituation daher auch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.

Welche Maßnahmen wurden von der Geschäftsleitung MUC vorgenommen, um den berechtigten Beschwerden der KollegInnen Rechnung zu tragen?
Die Geschäftsleitung MUC veranlasste u.a., dass ALTEA-Supporter noch während der Projektphase im Betrieb aushelfen sollten. Darüber hinaus wurde den KollegInnen auf Vorschlag des Betriebsrates MUC eine befristete Erhöhung ihrer Arbeitszeit angeboten und es wurden sogenannte “Cross-Einsätze” vereinbart, welche vorsehen, dass KollegInnen anderer Stations- und Adminbereiche auf freiwilliger Basis “an der Front” aushelfen können (bzw. sollen). Außerdem bat man die Station FRA um Unterstützung für die Monate Juli und August 2015. Aufgrund der ähnlich gelagerten Personalsituation in FRA wurde das Hilfegesuch für Juli 2015 von der Geschäftsleitung FRA abgelehnt. Für August signalisierte FRA jedoch Unterstützung, da der Großteil der ALTEA-Supporter wieder zurück im Betrieb sei und sich die Personalsituation in FRA dadurch etwas entspannen würde.

Der Betriebsrat FRA wurde über die Anfrage aus MUC für den Juli überhaupt nicht und über die Anfrage für August erst am 27.07.15 in einer kurzen E-Mail informiert. Die Geschäftsleitung gab hierin lediglich an, dass KollegInnen aus FRA an 4 Tagen im August auf freiwilliger Basis und auf Plusstunden in MUC aushelfen sollten. Dem Betriebsrat FRA wurden weder die Namen der Freiwilligen, noch deren Anzahl genannt. Die Vorlage enthielt auch keine Informationen über die genauen Arbeitszeiten und die An- und Abreisezeiten. Da dem Betriebsrat FRA die Situation der KollegInnen in FRA und in MUC gleichmaßen bewusst und wichtig ist, hat er bereits in seiner nächsten Betriebsausschusssitzung am 30.07.15 darüber beraten und einen unbürokratischen, und wie wir meinen, für alle Seiten akzeptablen Beschluss gefasst: Die KollegInnen aus FRA sollten auf freiwilliger Basis in MUC aushelfen, wenn deren Arbeits- und Dienstreisezeiten nicht auf Plusstunden, sondern per Auszahlung erfolgen, damit die Personalsituation in FRA nicht weiter verschärft wird.  Außerdem sollte vor den Entsendungen noch geklärt werden, was mit KollegInnen passiert, die aufgrund eines überbuchten Fluges verspätet oder gar nicht an- und/oder abreisen können.

Bevor der Betriebsrat FRA seine Entscheidung an die Geschäftsleitung kommunizieren konnte, wurde dem Betriebsrat MUC durch die Geschäftsleitung bereits mitgeteilt, dass am 02.08.15 insgesamt 6 KollegInnen und am 03.08.15 insgesamt 2 KollegInnen aus FRA aushelfen können.

Am 31.07.15 hat der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende FRA den Beschluss des Gremiums übermittelt, worauf sich die Geschäftsleitung entschied, nun doch keine KollegInnen aus FRA nach MUC zu entsenden.

Noch am gleichen Tag sah sich die Geschäftsleitung MUC genötigt, folgende Zeilen an alle Flightmanager der Station MUC zu kommunizieren:
„Wir haben uns in den letzten Tagen fieberhaft um die gewünschte und diskutierte Unterstützung aus FRA gekümmert. Wir waren nahezu fertig und es gab auch erste Freiwillige aus FRA, die gerne gekommen wären. Leider begann dann und auch schon im Vorfeld eine heftige Diskussion zwischen den beiden Betriebsratsgremien bzw. Fraktionen, die uns veranlasst hat, die Unterstützungsaktion zu stoppen. Wir bedauern das sehr, wollen uns aber in diese Diskussion nicht weiter einbringen.“

Nach der geschilderten Faktenlage dürfte sich eine Kommentierung dieser Zeilen erübrigen.

Wir möchten allerdings grundsätzlich klarstellen, dass auch bei Lufthansa das Betriebsverfassungsgesetz gilt, wonach die Betriebsräte die Interessen der Mitarbeiter zu vertreten und diese zu schützen haben.

Genauso wie es die Aufgabe der Geschäftsleitung sein sollte, dafür Sorge zu tragen, dass der Betrieb durch eine geeignete Personalplanung aufrecht erhalten wird, ohne dass die Belegschaft darunter über die Maßen leiden muss.

Eure AGiL-Betriebsräte aus FRA und MUC

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Lufthansa AG Boden: Konstituierende Sitzung des Betriebsrates München

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die AGiL ist 2014 erstmals zu den Betriebsratswahlen bei der LH Passage Boden MUC angetreten. Nach Abschluss der Wahl fand am 11.04.2014 die „konstituierende Sitzung“ statt.

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Als konstituierende Sitzung (von lateinisch constituere für festsetzen, beschließen) wird das erste Zusammentreten eines neu gebildeten Gremiums bezeichnet, in dessen Rahmen der/die Vorsitzende des Gremiums und dessen Stellvertreter(in) gewählt wird.

Wir freuen uns, dass unsere Kollegin Frau Sabine Thaler (AGiL) zur Betriebsratsvorsitzenden gewählt wurde. Als Stellvertreterin wurde Frau Bianca Nürnberg (Unabhängige Lufthanseaten) gewählt.

In den Betriebsausschuss, (dies ist der geschäftsführende Ausschuss des Betriebsrates), wurden folgende KollegInnen der AGiL gewählt:

Frau Sabine Thaler (AGiL)
Frau Nikola Hofmann (AGiL)
Herr Benjamin Swierkot (AGiL)

Wir gratulieren allen gewählten KollegInnen herzlichst zu ihrer Wahl und wünschen Ihnen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe Zuversicht, Mut, Kraft und den Rückhalt des gesamten Münchner Gremiums. Möge die gemeinschaftliche Zusammenarbeit des neuen Gremiums von Vertrauen und durch die Wahrnehmung der Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt sein.

In der 1. ordentlichen Sitzung des neu gewählten Gremiums am 29.04.14 werden die Freistellungen sowie die VertreterInnen für die örtlichen und überörtlichen Ausschüsse, Arbeitsgruppen und Entsendungen gewählt, bzw. vorgeschlagen, so dass der neue Betriebsrat mit Beginn seiner Amtszeit am 29.04.2014 arbeitsfähig sein wird.

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Betriebsratswahlen 2014: Die AGiL stellt stärkste Fraktion bei der LH AG in München

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die AGiL ist 2014 erstmals zu den Betriebsratswahlen bei der LH Passage Boden MUC angetreten. Gewählt wurde vom 05.03.-12.03.2014.
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Die Wahlbeteiligung lag bei 56,76% und es wurden insgesamt 1113 gültige Stimmen abgegeben.

Auf die einzelnen Listen entfielen:

 

 Liste 1: ver.di      3 Mandate (174 Stimmen)
 Liste 2: Unabhängige Lufthanseaten  2 Mandate (174 Stimmen)
 Liste 3: AGFA     5 Mandate (321 Stimmen)
 Liste 4: AGiL   7 Mandate (444 Stimmen)

 

 

Ein Mandat musste zwischen Liste 1 und Liste 2 per Losentscheid ermittelt werden.

Wir freuen uns sehr, dass es uns aus dem Stand gelungen ist 39,89% der abgegeben Stimmen und somit 7 Mandate zu erreichen.

Wir beglückwünschen alle gewählten Mandatsträger. Zudem möchten wir uns bei allen Wählern bedanken, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und freuen uns auf eine faire, konstruktive und offene Zusammenarbeit in den kommenden 4 Jahren.

Euer Team „Liste 4 – AGiL

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Lufthansa: Aktuelles zur Betriebsvereinbarung “Rufbereitschaft MUC ES”

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die zum 01.07.13 wirksame Rufbereitschaft hat zu großem Unmut auf der Station MUC geführt. Ein betroffenes AGiL-Mitglied hat deshalb mit Rechtsanwalt Theodor Endres vor dem Arbeitsgericht München geklagt und dieser Individualklage wurde nun erstinstanzlich stattgegeben.

f60a47f7792630a3a86bc14c0657e89c_LDas Arbeitsgericht München hat entschieden, dass §5 Abs. 1 der Betriebsvereinbarung Rufbereitschaft, wonach alle Mitarbeiter 7 aktive Ruf-Tage pro 12 Monate zu leisten haben, gegen höherrangiges Recht verstößt und somit unwirksam ist.

Hintergrund der Entscheidung ist, dass nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz teilzeitbeschäftigte KollegInnen nicht ungleich behandelt werden dürfen. Danach hätte es bei der Rufbereitschaft auch eine entsprechende Abstufung nach Teilzeitfaktor geben müssen.

Genau auf diesen Punkt haben einige Betriebsräte bereits vor Unterzeichnung dieser Betriebsvereinbarung hingewiesen. Dieser Einwand wurde allerdings von der „herrschenden Mehrheit“ im Münchner Betriebsrat nicht aufgenommen.

Was bedeutet dieses Urteil nun für alle von der RUF 2.0 betroffenen KollegInnen?

Dieses Urteil gilt zunächst einmal nur für die klagende Kollegin! Alle anderen von der Rufbereitschaft betroffenen und in Teilzeit beschäftigten KollegInnen können dieses Urteil (Aktenzeichen 13 Ca 7683/13 vom 21.11.2013, Arbeitsgericht München) jetzt für sich nutzen und die gleiche Behandlung vom Arbeitgeber einfordern: Sie können also beim Arbeitgeber anzeigen, dass sie mit §5 Abs. 1 der Rahmenbetriebsvereinbarung nicht einverstanden sind, müssen diesen Anspruch aber ggfls. einklagen.

Wir möchten euch aber darauf hinweisen, dass eine eigenmächtige Verweigerung der Rufbereitschaft nicht statthaft ist und zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen kann.

Und was bedeutet dieses Urteil für den Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber könnte gegen das Urteil binnen 4 Wochen Berufung beim Landesarbeitsgericht einlegen, so dass eine endgültige Entscheidung erst später zu erwarten wäre.

Es wäre natürlich für den Arbeitgeber einfacher, die Betriebsvereinbarung Rufbereitschaft entsprechend anzupassen und mit dem Betriebsrat neu zu verhandeln. So würde der Arbeitgeber natürlich auch eine eventuelle Klagewelle durch die betroffenen KollegInnen vermeiden.

Abschließend unsere grundsätzliche Einschätzung zur RUF 2.0!

Eine Irreg-Vereinbarung ist sicherlich in einigen Bereichen sinnvoll. Der Betriebsrat hat bei der Ausgestaltung einer solchen Vereinbarung die volle Mitbestimmung und sollte diese auch zum Wohle der Belegschaft nutzen. Neben der Ungleichbehandlung von Teilzeitbeschäftigten sehen wir in dieser RUF 2.0 allerdings weitere Punkte, die eher im Sinne des Arbeitgebers zu werten oder gar rechtlich bedenklich einzustufen sind. An dieser Stelle möchten wir z.B. das Nachholen von Rufbereitschaftstagen bei Krankheit nennen.

Weiterhin fehlt uns die Berücksichtigung von sozialen Faktoren, wie z.B. alleinerziehende Mütter/Väter oder von KollegInnen, die Familienangehörige pflegen müssen.

Aus unserer Sicht kann man solche Besonderheiten recht einfach lösen, indem eine solche Irreg-Vereinbarung grundsätzlich nur auf freiwilliger Basis erfolgt. Es ist dann Aufgabe des Arbeitgebers, entsprechende Anreize für die Mitarbeiter zu schaffen!

Aus Verbundenheit zum Unternehmen Lufthansa und deren Mitarbeitern sind wir entschlossen, uns konsequent, effektiv und ehrlich für Euch einzusetzen. Zeitnahe, transparente Kommunikation und Information sind uns sehr wichtig.

Wer etwas zum Besseren verändern möchte, der sollte es jetzt tun: Zeit, AGIL zu werden!

Mit kollegialen Grüßen,
euer AGiL-Bundesvorstand,

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