Category: Allgemein

Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Lufthansa-Konzerntarifrunde 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich habt ihr verschiedenen Quellen entnehmen können, dass Lufthansa den Beschäftigten am Boden eine Vergütungserhöhung von 2,6% für 18 Monate (für Beschäftigte der LSG sogar nur als Einmalzahlung), sowie maximal 2,5% für weitere 18 Monate anbietet. Wenn man die prognostizierte Inflationsrate gegenüberstellt, bedeutet ein solches Angebot einen Reallohnverlust. Nachdem Lufthanseaten das beste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet haben, zeigt das vorliegende Angebot sehr deutlich die „Wertschätzung“ des LH-Managements für die erbrachte Leistung seiner Beschäftigten. 

Wir betrachten das vorgelegte Angebot als völlig unzureichend und hoffen sehr, dass das LH-Management hier noch einmal deutlich nachbessert, denn ansonsten dürften Streiks bei Lufthansa vorprogrammiert sein. Dies kann nicht im Interesse des Managements, unserer Gäste und unserer KollegInnen sein.

DEN ERFOLG DER LUFTHANSA FÜR ALLE MITARBEITER SPÜRBAR MACHEN!

Von Verdi Betriebsräten werden wir derzeit häufig angesprochen, wie sich die AGiL bei einem möglichen Streik positionieren würde. Die AGiL-Tarifkommission hat sich mit der aktuellen Situation beschäftigt und ist bereit, gemeinsam mit Verdi die Interessen unser Mitglieder und KollegInnen notfalls auch durch Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen. Ein gemeinsames Vorgehen setzt jedoch voraus, dass wir uns auch über Verhandlungsinhalte und Strategien vertrauensvoll austauschen und abstimmen. Im Interesse aller Lufthanseaten appellieren wir daher zur Zusammenarbeit, denn nur gemeinsam können wir gute Ergebnisse erzielen.

Mit kollegialen Grüßen

Thorsten Beißner                                                Andreas Strache
(Vorsitzender des Vorstandes)                          (Vorstand Tarifpolitik)

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Drogentests am Flughafen Frankfurt in der Kritik

Drogentests am Flughafen Frankfurt in der Kritik

Am 20.03.2017 hat die Fraport AG in einem Rundschreiben angekündigt, ab dem 03.04.2017 Drogentests für alle Beschäftigten auf dem Gelände des Frankfurter Flughafen einführen zu wollen. Auch wir, die AGiL, sind von dieser kurzfristigen Ankündigung überrascht worden. Um Handlungsoptionen zum Schutze unserer KollegInnen zu erarbeiten, haben wir ein zeitnahes Treffen von AGiL-Betriebsräten aus unterschiedlichen betroffenen Gesellschaften und die Beauftragung eines Rechtsanwaltes organisiert.

Unsere Recherche hat ergeben, dass der Flughafenbetreiber (Fraport AG) die EU-Verordnung zwar umsetzen muss, jedoch ist er in der Ausgestaltung eines Verfahrens relativ frei. Die von ihm gewählten Maßnahmen unterliegen dann aber grundsätzlich der Mitbestimmung des Betriebsrates gemäß §87(1) BetrVG. Der Konzernbetriebsrat der Fraport AG wurde bereits im Januar über die geplante Maßnahme informiert und hat dem Probelauf ohne nähere Prüfung und ohne Beteiligung der örtlichen Betriebsräte zugestimmt. Der Konzernbetriebsrat hatte hierfür keine Beauftragung und auch dessen Zuständigkeit wäre zu prüfen, weshalb die AGiL-Betriebsräte im örtlichen Gremium der Fraport beantragten, den Mitbestimmungsprozess mit der Fraport AG unverzüglich einzuleiten und die Drogenkontrollen bis auf weiteres auszusetzen. Unser Antrag wurde auch von anderen Gruppierungen im Gremium unterstützt und wurde dadurch mehrheitlich beschlossen!

Am 13.04.17 erklärte die Fraport in einem weiteren Rundschreiben, dass sie diesen Beschluss missachtet und die Drogentests weiterhin durchführen wird. Fraport ist der Meinung, dass der Mitbestimmungsprozess durch die Konzernbetriebsvereinbarung Nr. 7 (Suchtmittelprävention und Kontrollmaßnahmen) erfolgt sei und die Kontrollen auf Basis der EU-Vorgabe umzusetzen seien.

Aus unserer Sicht ist das von der Fraport festgelegte Verfahren nicht in der EU-Verordnung vorgegeben und die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates sind weitreichender, als in der Konzernbetriebsvereinbarung Nr. 7 geregelt. Daher ist der Fraport Betriebsrat nunmehr gezwungen, seine Mitbestimmungsrechte und das Aussetzen der Drogentests per einstweiliger Verfügung am Arbeitsgericht zu erwirken.

Wir fordern die Geschäftsleitung der Fraport auf, gemeinsam mit ihren Betriebsräten ein Verfahren zu entwickeln, dass die EU-Verordnung beachtet und gleichzeitig unsere KollegInnen vor falschen Anschuldigungen schützt!

Denn: Ein Gutachten der medizinischen Fakultät Bonn und andere Quellen beschreiben, dass das von der Fraport AG zur Verwendung vorgesehene Testgerät (Dräger DrugTest® 5000) eine erhebliche Fehlerquote aufweist. So wurde u.a. festgestellt, dass die Spezifität bei THC (Cannabis) bei 47,2 % liegt, d.h. von 100 Probanden, die nachweislich keine Drogen (hier THC) konsumiert haben, wurden auch 47 korrekt negativ getestet. Allerdings wurden demnach 53 falsch positiv getestet, d.h. jeder zweite Mitarbeiter könnte bei diesem Testverfahren zu Unrecht beschuldigt werden. Insbesondere in Verbindung mit den von Fraport beabsichtigten Konsequenzen, ist ein solches Testverfahren aus unserer Sicht absolut untragbar!

Die Betriebsräte anderer am Frankfurter Flughafen ansässiger Unternehmen sind gleichermaßen aufgefordert, mit ihren Arbeitgebern Verhandlungen aufzunehmen. Es ist dringend notwendig, Regelungen mit den Arbeitgebern zu schaffen, die unabhängig von dem verwendeten Testverfahren der Fraport, die KollegInnen vor falschen Anschuldigungen und möglichen Konsequenzen schützen müssen.

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Lufthansa kündigt TV Schutz abkommen. Und nun?

Lufthansa kündigt TV Schutz abkommen. Und nun?

am 26.05.16 hatten wir Euch über das vom Arbeitgeber gekündigte „Schutzabkommen Rationalisierung (i.F. TV Schutzabkommen)“ informiert, dabei ging es im Kern um die Nachwirkung dieses Tarifvertrages. Noch einmal kurz zusammengefasst: Das TV Schutzabkommen ist für alle Tarifmitarbeiter in der Nachwirkung, da es in deren Arbeitsvertrag immer eine entsprechende Bezugnahmeklausel gibt. Aussagen von Verdi-Vertretern, dass der Tarifvertrag nur für Verdi-Mitglieder in der Nachwirkung sei, sind definitiv falsch! agilwerdenDie Nachwirkung des TV Schutzabkommen
wäre nur dann beendet, wenn Lufthansa und Verdi eine neue (ablösende) Vereinbarung abschließen. Wie in unserer Veröffentlichung angekündigt, möchten wir Euch heute über die Inhalte des TV Schutzabkommen und die Änderungsforderungen des Arbeitgebers informieren. Das TV Schutzabkommen wurde ursprünglich zwischen den Tarifpartnern ÖTV/DAG und dem Arbeitgeberverband geschlossen und in 1995 noch einmal zwischen Verdi und dem Arbeitgeberverband überarbeitet. Im TV Schutzabkommen ist ein Verfahren für Mitarbeiter geregelt, deren Arbeitsplatz von einer Betriebsänderung (z.B. Auslagerung, Reorganisation, (Teil-)Betriebsschließung, etc.) betroffen ist. Das TV Schutzabkommen sieht vor, dass einem von Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeiter nicht (sofort) gekündigt werden kann, sondern ihm/ihr ein anderer, zumutbarer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werden muss. Gemäß §7 des TV Schutzabkommen kann der neue Arbeitsplatz auch geringer entlohnt werden, als der bisherige Arbeitsplatz. Aus unserer Sicht ist die auslegungsfähige Formulierung in Verbindung mit einer Ablehnung eines solchen Arbeitsplatzes durch den Mitarbeiter rechtlich fragwürdig (vgl. BAG, Urteil vom 28.10.2010 (2 AZR 688/09)). Zur Dauer des Vermittlungsversuches auf einen freien, zumutbaren Arbeitsplatz innerhalb des LH Konzerns, hat das Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 10.05.2007 (2 AZR 626/05) dargelegt, dass Lufthansa offenbar selbst davon ausgeht, dass sich in einem Zeitraum von 36 Monaten regelmäßig für einen Arbeitnehmer konzernweit andere Beschäftigungsmöglichkeiten finden lassen. Für Mitarbeiter über 15 Jahren Beschäftigungszugehörigkeit greift darüber hinaus der Schutz vor ordentlichen Kündigungen und ordentlichen Änderungskündigungen gemäß MTV §41(3). Dieser Schutz ist nicht etwa im TV Schutzabkommen verankert, sondern es wird dort lediglich auf die Klausel im MTV verwiesen. Welche Ziele verfolgt Lufthansa mit der Kündigung des TV Schutzabkommen?

Um es klar zu sagen: Lufthansa plant weiteren Stellenabbau in allen Konzernbereichen!

Das TV Schutzabkommen steht diesen Plänen im Weg, denn die Vermittlung gestaltet sich grundsätzlich schwierig und dauert dem Arbeitgeber entschieden zu lang. Darüber hinaus würden dem Arbeitgeber am Ende des Vermittlungsverfahrens womöglich eine Flut von Kündigungsschutzklagen ins Haus stehen.

Daher fordert Lufthansa u.a. folgende Änderungen am TV Schutzabkommen:

• Vom Arbeitsplatzverlust betroffene Mitarbeiter sollen einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen und erhalten dafür eine Abfindung. Gleichzeitig verlieren diese Mitarbeiter sämtliche Leistungen, bzw. Schutzklauseln aus Tarifverträgen und/oder Betriebsvereinbarungen. Hierbei geht es Lufthansa insbesondere um den Kündigungsschutz aus MTV §41(3) (siehe oben).
• Im Gegenzug will Lufthansa diesen Mitarbeitern einen befristeten Arbeitsvertrag für längstens 24 Monaten in einer Transfergesellschaft anbieten. Die ersten 12 Monate mit 100%, danach sollen es nur noch 80% des ursprünglichen Gehalts sein. In dieser Transfergesellschaft sollen die betroffenen Mitarbeiter weiter qualifiziert und an den internen und externen Stellenmarkt vermittelt werden.
• Die Mitarbeiter sollen verpflichtet werden, aktiv am internen und externen Vermittlungsprozess mitzuwirken.
• Nimmt ein Mitarbeiter das Vertragsangebot der Lufthansa nicht an, sollen nun auch Mitarbeiter über 15 Jahren Betriebszugehörigkeit den Kündigungsschutz gemäß MTV §41(3) verlieren und ordentlich gekündigt werden können.

Diese und weitere Forderungen der Lufthansa liegen Verdi bereits seit September 2015 vor! Statt die Belegschaft über diese Pläne ehrlich zu informieren und diese mit billigerin die Tarifverhandlungen zur Vergütung und BAV zu nehmen, haben Lufthansa und Verdi hierzu Stillschweigen vereinbart! Gleichzeitig hatte Verdi der Lufthansa ein Sonderkündigungsrecht zum TV Schutzabkommen eingeräumt. So konnten die Tarifverhandlungen zur BAV und Vergütung ohne Streiks abgeschlossen und Friedenspflicht bis Ende 2017 hergestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist die öffentliche Reaktion der Verdi – Verhandlungsführerin: „Das werden wir nicht hinnehmen!“ völlig unglaubwürdig, denn schon seit Jahren ist Verdi ein sehr verlässlicher Partner der Arbeitgeber, wenn es um Absenkungen und Auslagerungen geht. Aktuell verhandelt Verdi mit Lufthansa über neue Vergütungsstrukturen (NVB 2.0?!) und hat jüngst einen weiteren Absenkungstarifvertrag für die Technik AG und LSY verabschiedet. Es kann JEDEN treffen! Wir alle wissen, dass es höchste Zeit ist, einen anderen Weg einzuschlagen! Mit Verdi wird das aber nicht möglich sein! Wir, die AGiL haben hierzu alle Voraussetzungen geschaffen, um Verdi abzulösen. Wir benötigen lediglich einen hohen Organisationsgrad, den wir nur durch Eure Mitgliedschaft erreichen können. 

Euer AGiL-Vorstand

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Fraport: AGiL fordert faire und transparente Betriebsratswahlen!

Fraport: AGiL fordert faire und transparente Betriebsratswahlen!

ee68a9df1200997b07be8fb0bbdb9f29_XLLiebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Wir haben berichtetet, dass das Arbeitsgericht Frankfurt die letzte Betriebsratswahl aus 2014 für ungültig erklärt hat. Nach diesem Urteil sollte man eigentlich vermuten, dass daraus folgende Schlüsse gezogen wurden: Eine faire und korrekte Wahl muss mit der nötigen Sorgfalt und Transparenz durchgeführt werden. Eine Voraussetzung wäre, dass alle Gruppierungen bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahl beteiligt werden. Die Mehrheit des aktuellen Betriebsrats sieht dies offensichtlich anders und hat unsere Wahlvorschläge, die eine Neubesetzung des Wahlvorstandes über alle Gruppierungen hinweg vorsahen, konsequent abgelehnt und stattdessen erneut nur Kandidaten der Listen ver.di, Komba und GÖD in den Wahlvorstand bestellt. Der neue Wahlvorstand ist somit nahezu identisch mit dem Wahlvorstand der ungültigen Wahl von 2012. Dass bei 12.000 möglichen Beschäftigten auch noch ausgerechnet der Bruder der amtierenden Betriebsratsvorsitzenden in den Wahlvorstand bestellt wurde, ist zwar rechtlich möglich, trägt aber nicht unbedingt zur Neutralität eines Wahlvorstandes bei.

Der Vertreter des Arbeitgebers, Herr Michael Müller, sieht offenbar auch keinen Handlungsbedarf. Man kann sich die Frage stellen, warum der Arbeitgeber, der bereits für die Kosten der Wahlanfechtung aufkommen musste, sich nicht energischer für eine faire und transparente Wahl einsetzt und das Risiko erneuter Unregelmäßigkeiten in Kauf nimmt?! Trotz alledem und gerade deshalb wollen wir einen fairen und transparenten Ablauf der Wahl! Wir fordern den Wahlvorstand auf, auf folgende Dinge zu achten, damit zumindest der Mindeststandard einer demokratischen Wahl gewährleistet ist.

• Handauszählung unter Anwesenheit aller im Betriebsrat vertretenen Parteien (elektronische Auszählung hat erhebliche Störungen aufgewiesen, auch in Bezug auf die auszuzählenden Wahlscheine) • Wahlurnen müssen zwingend verplombt werden
• Wahlurnen müssen rund um die Uhr bewacht werden (4 Augen-Prinzip, Schutzdienst, Kameras) ‘
• Briefwahlunterlagen müssen ggfls. auch den Fremddienstleistern (u. a. APS) nach Hause versendet werden
• Briefwahlrückläufe dürfen nicht an ein einzelnes Wahlvorstandsmitglied übergeben werden(4 Augen-Prinzip) und müssen unverzüglich in die Wahlurne geworfen werden.
• Wahlbeobachter sollten eingesetzt werden Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraport AG haben das Recht auf einen fairen und transparenten Ablauf der Betriebsratswahl. Der Wahlvorstand und der Arbeitgeber haben die Pflicht, dies sicherzustellen.

 

Wir bitten alle Kolleginnen und Kollegen, Augen und Ohren offenzuhalten, damit nicht abermals Zweifel an einem fairen und korrekten Ablauf der BR-Wahl aufkommen.

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Betriebsratswahlen 2014: Die AGiL stellt stärkste Fraktion bei der LH AG in München

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die AGiL ist 2014 erstmals zu den Betriebsratswahlen bei der LH Passage Boden MUC angetreten. Gewählt wurde vom 05.03.-12.03.2014.
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Die Wahlbeteiligung lag bei 56,76% und es wurden insgesamt 1113 gültige Stimmen abgegeben.

Auf die einzelnen Listen entfielen:

 

 Liste 1: ver.di      3 Mandate (174 Stimmen)
 Liste 2: Unabhängige Lufthanseaten  2 Mandate (174 Stimmen)
 Liste 3: AGFA     5 Mandate (321 Stimmen)
 Liste 4: AGiL   7 Mandate (444 Stimmen)

 

 

Ein Mandat musste zwischen Liste 1 und Liste 2 per Losentscheid ermittelt werden.

Wir freuen uns sehr, dass es uns aus dem Stand gelungen ist 39,89% der abgegeben Stimmen und somit 7 Mandate zu erreichen.

Wir beglückwünschen alle gewählten Mandatsträger. Zudem möchten wir uns bei allen Wählern bedanken, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und freuen uns auf eine faire, konstruktive und offene Zusammenarbeit in den kommenden 4 Jahren.

Euer Team „Liste 4 – AGiL

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Lufthansa Mitarbeiter aus FRA melden sich zu Wort

Lufthansa Mitarbeiter aus FRA melden sich zu Wort

Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,

heute möchten wir uns gerne zu Wort melden! Wir, das sind engagierte KollegInnen von der Station, aus dem Squaire, aus dem LAC und von der LH-Basis. Wir, das sind jüngere und ältere KollegInnen, mit kurzer oder auch langjähriger Lufthansa Zugehörigkeit. Doch eine Sache verbindet uns: Wir alle arbeiten gerne bei Lufthansa und wir alle möchten auch weiterhin bei Lufthansa arbeiten!

Wenn wir sehen, was derzeit in unserem Unternehmen passiert, dann machen wir uns aber genau darum große Sorgen:

• Beschlossene Schließung der LRS in Norderstedt
• Beschlossene Schließung der Hauptverwaltung in Köln
• Beschlossenes Ende der Eigenabfertigung auf den dezentralen Stationen
• Beschlossener Verkauf (Auslagerung) der Lufthansa Systems Infratec
• Beschlossene Auslagerung bei den Dispatchern/Kontverkehr in FRA
• Beschlossene Auslagerung der Tätigkeiten bei Miles&More in FRA
• Beschlossene Verschlechterung der betrieblichen Altersversorgung

Diese Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig, denn aktuell sind viele Bereiche mehr oder weniger von den Auswirkungen aus Score, Globe oder Shape betroffen.

Wir möchten Antworten, wie es mit Lufthansa und vor allem mit unseren Arbeitsplätzen bei Lufthansa weitergeht. Wer bei den Betriebsversammlungen auf der Station oder im LAC war und dort gehofft hat, solche Antworten zu bekommen, der wurde wieder einmal schwer enttäuscht.

Was haben wir dort erfahren? Wir haben durch die Geschäftsleitung einen Bericht zur wirtschaftlichen Lage bekommen und wurden über Flugzeugkäufe und Produktverbesserungen informiert – alles Dinge die wir bereits aus den Medien kannten.

Auf der Betriebsversammlung der Station für die operativen Bereiche wurde uns gesagt, dass unsere Arbeitsplätze sicher seien und dass niemand Existenzangst haben müsse. Das war uns allerdings neu und auf Nachfrage wurde dies dann auch nur bis 31.03.2015 versprochen, denn dann endet der im Tarifvertrag verhandelte Schutz gegen betriebsbedingte Kündigungen.

Auf der Betriebsversammlung im LAC für die administrativen Bereiche hörte sich das allerdings anders an, denn hier wurde der Wegfall von Arbeitsplätzen in einigen Bereichen durch Wortmeldungen aus dem Kollegenkreis bekannt und anstatt uns Perspektiven aufzuzeigen, wurde uns nahegelegt, die Unternehmensangebote zu nutzen und Lufthansa freiwillig zu verlassen.

Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, wo ehemals als sicher bezeichnete und deshalb als sicher empfundene Arbeitsplätze plötzlich doch zur Disposition standen.

Erfahrungsgemäß werden die betroffenen KollegInnen kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt, dann rauschen die Überbringer der schlechten Botschaften wieder ab und überlassen selbst langjährige KollegInnen vor Ort ihrem Schicksal. Konkretes möglichst lange hinauszögern, Unsicherheit schüren und Unwissenheit ausnutzen, Handlungsdruck bei den Betroffenen erzeugen, „mürbe machen“ nennt man das wohl.

Die wahre „Sicherheit“ von Arbeitsplätzen wird zunächst einmal durch ein Gesetz, nämlich durch das Kündigungsschutzgesetz bestimmt.

Darüber hinaus gibt es Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, die Dinge vorteilhafter für Mitarbeiter regeln können, als es die Gesetze mindestens vorsehen.

Kündigungsschutz kann man nicht kündigen, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen hingegen schon. Und davon macht der Arbeitgeber Lufthansa gerade regen Gebrauch.

Und was machen unsere Betriebsräte? Es ist ihre oberste und wichtigste Aufgabe, die Einhaltung von Arbeitsgesetzen und Verträgen zu überwachen, die Interessen der KollegInnen gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten und Schaden von der Belegschaft abzuwenden.

Von unseren Betriebsräten in Frankfurt hören wir immer wieder, dass keiner seinen Arbeitsplatz verlieren und man die Maßnahmen des Arbeitgebers „kritisch begleiten“ werde.

Aber wie sehen die Fakten aus? Der Arbeitgeber hat sich verpflichtet, bis 31.03.2015 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, aber reicht eine Perspektive bis dahin aus, um von „existentieller Sicherheit“ zu sprechen? Wir meinen: nein!

Bewahrt ein solcher Verzicht vor Auslagerungen? Wir wissen: nein!

Wir wissen aus Erfahrung, dass unser Arbeitgeber bestimmte Dinge gerne erst im Kleinen austestet, um sie dann bei Erfolg auszuweiten. Wer oder was gibt uns also die Sicherheit, dass der Arbeitgeber nicht schon jetzt auch für die HUBs konkret plant, was er in anderen Bereichen bereits umsetzt? Niemand!

Und warum müssen diese Dinge überhaupt erfolgreich sein?

Wir wollen den Betriebsräten bestimmt nicht zu nahe treten und wir wollen niemand Unrecht tun. Manche kämpfen vehement für ihre KollegInnen, keine Frage. In vielen Fällen ist es aber so, dass die örtlichen Mehrheitsverhältnisse es nicht zulassen, dass die engagierten Betriebsräte auch effektiv und erfolgreich kämpfen können.

Wenn ein Betriebsrat signalisiert, die Maßnahmen des Arbeitgebers begleiten zu wollen, statt seine rechtlichen Möglichkeiten zum Schutze der Mitarbeiter voll auszuschöpfen, dann merkt dadurch der Arbeitgeber schnell, dass er mit Solidarität und flächendeckendem Widerstand nicht zu rechnen hat und so hat der Arbeitgeber relativ leichtes Spiel, seine Maßnahmen peu à peu umzusetzen.

Wir stellen dabei gemeinsam fest, dass wir vieles im Interesse der KollegInnen anders machen würden. Und letztlich haben wir uns gefragt: Warum machen wir es nicht?

Wir haben uns deshalb entschlossen, dass wir Taten nicht nur einfordern, sondern dass wir uns selbst noch intensiver engagieren wollen. Aus Verbundenheit zum Unternehmen Lufthansa und aus Solidarität mit allen KollegInnen, die eine starke und ernsthafte Vertretung im Betriebsrat wünschen.

Wir wissen, dass auch wir nicht alles jederzeit und zu 100% verhindern können. Wir wissen aber und sind überzeugt davon, dass man sich für die Interessen der KollegInnen sehr viel effektiver einsetzen kann und dass man dem Arbeitgeber viele Dinge sehr viel schwerer machen kann, als dies der Betriebsrat in Frankfurt derzeit tut.

Nicht um den Teufel an die Wand zu malen, nicht um den Arbeitgeber oder andere Betriebsratsmitglieder zu ärgern, sondern um die Interessen der KollegInnen frühzeitiger, ehrlicher, und konsequenter zu vertreten.

Und deshalb haben wir uns entschlossen, bei der nächsten Wahl für den Betriebsrat zu kandidieren!

Gemeinsam mit einer starken Organisation im Rücken – der AGiL – sind wir davon überzeugt, dass wir es schaffen, eine ähnlich starke Arbeitnehmervertretung am Boden zu etablieren, wie es unsere KollegInnen vom Fliegenden Personal schon lange haben!

Wer etwas zum Besseren verändern will, der sollte es jetzt tun: ZEIT, AGIL ZU WERDEN!

Stellvertretend für viele KollegInnen aus Frankfurt,
mit kollegialen Grüßen,

Maja Klein
(Allrounder OZ/O-C)
Felicitas Nordt
(Service Professional SX/T)
Uwe Schmidt
(Teamleiter PS/S-O)
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Dr. Christoph Franz verlässt Lufthansa

Dr. Christoph Franz verlässt Lufthansa

Liebe Kolleginnen und Kollgen,

bereits am vergangenen Wochenende gab es erste Meldungen in der Presse, wonach der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Dr. Christoph Franz, das Unternehmen verlassen und zu einem Schweizer Pharmakonzern wechseln werde. Zwischenzeitlich wurde durch die Deutsche Lufthansa AG bestätigt, dass Herr Dr. Franz seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender nicht verlängern wird.

AGiL beteiligt sich nicht an Spekulationen über eine potentielle Nachfolge, möchte an dieser Stelle aber zur aktuellen Situation im Unternehmen Lufthansa deutlich Stellung beziehen:

Lufthansa ist ein im Kern gesundes und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen.
Es wird von ca. 116.000 Beschäftigten in aller Welt getragen, die durch ihre hohe Identifikation zum Unternehmen die Lufthansa zu einer der führenden Airlines weltweit gemacht haben. Dabei sind gerade das persönliche Engagement und die Freude bei der direkten Arbeit am Kunden elementare Voraussetzungen für ein erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen.

Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass Herr Dr. Franz durch sein Handeln gerade bei der Belegschaft und bei den Kunden der Lufthansa komplett gescheitert ist und das hat im Wesentlichen zwei Gründe:

Der Vorstandsvorsitzende hat dem Unternehmen mit einem irrsinnigen Tempo und mit viel zu vielen gleichzeitig aufgemachten Baustellen eine Restrukturierung aufgezwungen, wie es auch jedes andere Unternehmen und auch jede andere Belegschaft völlig überfordert hätte. Die von externen Beratungsunternehmen eingekauften und dem Unternehmen übergestülpten Bausätze erwiesen sich in der Praxis häufig als völlig unbrauchbar. Aufkommende Kritik aus internen Kreisen wurde konsequent ignoriert und in der Folge verließen viele Know-How-Träger mehr oder weniger freiwillig das Unternehmen.

Als zweiter Punkt ist das Kommunikationsdesaster ersten Ranges zu nennen, denn dem Vorstand ist es zu keinem Zeitpunkt gelungen, der Belegschaft die geplanten Maßnahmen schlüssig zu erklären und sie auf dem von ihm eingeschlagenen Weg mitzunehmen.

Erschwerend kam hinzu, dass der Vorstand dabei gleich mehrere Großbaustellen mit existentieller Bedeutung für die Lufthanseaten aufgemacht hat. Exemplarisch seien hier nur die Kündigung der Verträge zur betrieblichen Altersversorgung oder die geplante Aufkündigung der Eigenabfertigung auf allen deutschen Stationen mit Ausnahme von Frankfurt und München erwähnt.

Das Fatale und Perfide am zweiten Punkt ist, dass die Arbeit an diesen Standorten ja gar nicht wegfallen sollte, sondern dass man über diverse Winkelzüge der Tochter Germanwings an diesen Standorten erst Freiheit in der Wahl ihrer Vertragspartner eingeräumt hat, um das vorhandene Personal der Lufthansa dann in eine Billigtochter „outzusourcen“. Lohndumping im eigenen Unternehmen, sozusagen!

Leider muss man aber auch unumwunden zugeben, dass die Gewerkschaft ver.di diesem Treiben viel zu lange tatenlos zugesehen hat, obwohl sie dagegen etwas hätte unternehmen müssen und auch etwas hätte unternehmen können.

Wie geht es nun weiter?

Auf der Personalseite hinterlässt Herr Dr. Franz bei Lufthansa zweifellos einen Scherbenhaufen. Und auf der fachlichen Seite hinterlässt er eine Vielzahl angefangener Baustellen, um nicht zu sagen absehbarer Bauruinen.

Der Vertrag von Herrn Dr. Franz endet zum 31.Mai 2014. Eine Hängepartie bis zu diesem Zeitpunkt kann sich das Unternehmen Lufthansa aber nicht leisten. AGiL wird sich deshalb auch über ihre Vertretung im Aufsichtsrat dafür einsetzen, die Nachfolge schnellstmöglich zu regeln.
Und dann braucht es einen Vorstandsvorsitzenden (*), der das Unternehmen Lufthansa wieder führt. Aber keinen Technokraten und Alleingänger mehr, sondern einen, der fachliche Kompetenz mit geschickter Mitarbeiterführung in Einklang bringen kann.

Einen, der die jahrelange Expertise seiner Belegschaft nicht unter fragwürdige Empfehlungen von Beratern stellt.

Einen, für den Teamwork nicht nur die Umsetzung seiner eigenen Vorgaben bedeutet.

Einen, der die soziale Kompetenz und die menschliche Größe besitzt, auch unbequeme Entscheidungen seiner Mannschaft schlüssig zu erklären, sie auch auf schwierigen Wegen mitzunehmen und ihnen Perspektiven innerhalb des Unternehmens aufzuzeigen und anzubieten.

Einen, der soziale Kompetenz nicht nur vom Hörensagen  kennt und einen für den die betriebliche und die soziale Mitbestimmung nicht nur ein überholtes Relikt aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts sind.

Und dann braucht es auch wieder eine Mitbestimmung bei Lufthansa, die Entscheidungen des Vorstandes nicht nur in vorauseilendem Gehorsam wohlwollend begleitet oder stillschweigend hinnimmt.

Es braucht Gewerkschaften und Betriebsräte, die sich mit den Entwicklungen im Unternehmen konstruktiv, aber kritisch auseinandersetzen und dabei die Beschäftigten immer im Fokus haben. Eben eine Mitbestimmung, die das Wohl des Unternehmens und das Wohl der Belegschaft nicht voneinander trennt.

Mitbestimmung, die nicht alleine darauf ausgerichtet ist, den Ausverkauf der Belegschaft möglichst sozialverträglich zu gestalten. Die sozialverträglichste Lösung ist immer noch der Erhalt von hoch qualifizierten, angemessen bezahlten und langfristig gesicherten Arbeitsplätzen im eigenen Unternehmen!

Zum Wohle der Kunden, zum Wohle des Unternehmens und zum Wohle der Belegschaft.
AGiL steht an der Seite der Belegschaft und wird dem neuen Vorstand – sofern er o.g. Punkte beherrscht und berücksichtigt – ein kompetenter und kritischer aber auch zuverlässiger Partner sein!

(*) Wegen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form verwandt, selbstverständlich ist auch die weibliche Form gemeint.

Mit kollegialen Grüßen,

Andreas Strache
(Bundesvorsitzender)
Thorsten Beißner
(1. stellv. Bundesvorsitzender)
Wilfried Schmitz
(2. stellv. Bundesvorsitzender)
Felix Stahlke
(Bundesgeschäftsführer)
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